Interview: Der Künstler zu seiner Bananen-Installation
HÖRDE Die geplante Installation des Künstlers Thomas Baumgärtel auf dem Hochofen von Phönix-West – eine Metall-Banane mit den Maßen 30 mal 6,5 Meter – steht weiterhin in der Diskussion. RN-Volontär Tilmann Abegg sprach mit dem Künstler Thomas Baumgärtel.
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Thomas Baumgärtel: Da passt natürlich Kumpel erst mal nicht rein.
Warum?
Kumpel ist etwas, das mit dem Projekt nichts zu tun hat. Der Hochofen ist ja stillgelegt, ein Industriedenkmal, und würde dann durch die temporäre Installation mal zu einem Kunstwerk werden.
Anders gefragt: Viele unserer Leser verstehen nicht, was eine Banane mit Phönix West zu tun hat.
Deshalb muss man da aufklären, die Leute informieren. Diese Banane erkennt man inzwischen auf dem ganzen Planeten als ein Zeichen für gute Kunst. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen, auf einen Hochofen habe ich schon als Kind immer geschaut. Das ist für mich ein Zeichen für das Ruhrgebiet. Ich verbinde diese beiden Zeichen.
Genau diese Verbindung finden viele Bürger unangemessen. Einer schrieb: Dann fehlt nur noch der King Kong auf dem Florian, und fertig ist die Stadt der Affen.
Ich kann gut verstehen, dass man da erst mal informiert werden muss. Es gab bei der Reichtagsverhüllung auch viele, die gesagt haben: Was soll der Quatsch? Man muss sich auch ein bisschen reindenken: Was will der Künstler damit? Was ist die Spraybanane weltweit? Die paar Gedanken müsste man schon nachvollziehen, finde ich.
Also: Was wollen Sie damit sagen?
Das ist die Auszeichnung für das gesamte Ruhrgebiet, zum Ende des Kulturhauptstadtjahres eine Adelung. Die Banane steht für einen guten Kunst-Ort, das Ruhrgebiet bekommt die größte Auszeichnung bisher weltweit.
Meinen Sie das ernst? Das Ruhrgebiet verdient die größte Kunst-Auszeichnung der Welt?
Ja natürlich! Das ist meine Heimat, das ist mir sehr wichtig. Deshalb habe ich mir zwei Jahre Arbeit gemacht, die mir keiner bezahlt, treibe 300.000 Euro auf, alles für diese Auszeichnung des Ruhrgebiets. Und wenn dann noch Kritik kommt, denke ich manchmal, da kann es doch nur jemand einfach nicht verstanden haben. Aber man muss natürlich aufklären.
In den 80ern haben Sie angefangen, die Banane als Gütesiegel zu etablieren. Hätten Sie nicht ein etwas würdevolleres Zeichen wählen können?
Die Frucht hat doch etwas sehr Lebendiges, da steckt doch unheimlich viel drin.
Was denn? Was bedeutet die Banane für Sie?
Kunst, Pop-Art, Fruchtbarkeit, Sonne, Licht, die Farbe Gelb – die verbinde ich sehr mit, ja, mit Leben. Aber die Banane in Hörde ist ja nicht nur die klassische 40 Zentimeter große Sprühbanane. Das ist ja die eigentliche Auszeichnung, das diese Installation das gesamte Ruhrgebiet betrifft.













