Herrmannstraße: Ein letztes Bier im Herzen Hördes - "Kümmel-Ecke" ist geschlossen
HÖRDE Eine Traditionskneipe in Hörde ist Geschichte: Die "Kümmel-Ecke" an der Herrmannstraße hat seit Montag geschlossen. Nach über 50 Jahren steht das Lokal an der Ecke nun erstmals leer.
Pächter Frank Lingenhoff entfernt das Schuld von seiner Kneipe "Kümmel-Ecke" in Hörde. (Foto: Christian Rothenberg)
- Nacht der offenen Kirchen Sechs Gotteshäuser im Dortmunder Süden öffnen eine Nacht lang
- Freiwillige Feuerwehr Hombruch Tag der offenen Tür mit Übungen und Kinderprogramm
- Zusammenprall mit Auto Motorradfahrer zu Boden geschleudert - schwer verletzt
- Bushaltestelle Teutonenstraße 87-jähriger Hörder kämpft vergeblich für einen Wetterschutz
- An der Goymark Fehlender Fahrradstreifen sorgt für Unmut beim ADFC
Frank Lingenhoff spricht etwas leiser, als er daran denkt. An das „Restetrinken“, an den Abend, an dem er seinen Gästen zum letzten Mal Zuflucht in der „Kümmel-Ecke“ gewährte. „Bis morgen“, hätten viele gesagt, als sie dann schließlich gingen. Da musste Lingenhoff es ihnen noch einmal sagen. „Es gibt kein Morgen.“
Geschäft lohnte sich nicht mehr
Das Geschäft hat sich nicht mehr gelohnt. „Acht Stammgäste sind mir in den letzten drei Jahren weggestorben“, sagt er. Die Kneipe, die es seit über 50 Jahren gibt und die Lingenhoff als Pächter seit 2008 zusammen mit vier Angestellten betrieb, sei letztlich „ein teures Hobby gewesen“.
Zum Fußball kamen immer viele, aber sonst war der Ansturm überschaubar. „Sogar an Wochenenden mussten wir oft um zehn schließen.“ Weitere Umsatzeinbußen erwartete Lingenhoff durch das „absehbare völlige Rauchverbot“.
Die „Kümmel-Ecke“ trifft ein häufiges Schicksal von Eckkneipen. Dabei ging es den Gastronomen in den nahe des Stahlwerks gelegenen Kneipen lange gut. Als es die Hoeschianer noch gab, waren sie selten leer. Die Zeche war sicher.
Mit den Stahlarbeitern gingen die Stammgäste
Doch die Stahlarbeiter sind seit mehr als zehn Jahren weg. Auch das Freizeitverhalten hat sich verändert. „Heute ist auf dieser Seite von Hörde fast nichts mehr los“, sagt Lingenhoff. „Die Bürgersteige sind wie hochgeklappt.“
Schluss mit dem Frischgezapften, den Stammtischen, Knobelgruppen, dem Pils für nur 1,20 Euro und diesem kleinen feinen Kosmos. „Es ist wie eine Trennung“, sagt er. „Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt hier. Die sehe ich jetzt nicht mehr so oft.“
Eine Hörder Institution
Seit gestern thront das „Kümmel-Ecke“-Schild also über herunter gelassenen Rollläden. Das blieb auch außerhalb der Eckkneipe nicht unbemerkt. „Die Kneipe war immer eine Institution hier und ein beliebter Treffpunkt“, sagt Hördes Heimatforscher Willi Garth.
„Die ‚Kümmel-Ecke‘ kenne ich so lange wie ich Hörde kenne“, sagt Bezirksverwaltungsstellenleiter Ulrich Spangenberg.













