Interview: Hans Pingel über die Altstadt und den Phoenix-See
HÖRDE Der 1. Oktober 2010 ist nicht irgendein Freitag – das Datum markiert ein Jahrhundertereignis: Hörde flutet dann den Phoenix-See. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des Aktivkreises der Hörder Altstadt, Hans Pingel (71), über die Erwartungen der Einzelhändler.
Hinter der Hörder Burg (oben) entsteht neuer Handel. (Foto: Bandermann)
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Pingel: Natürlich darf nicht der Eindruck entstehen, dass alles zum See wandert. Denn im Zentrum gibt es sehr positive Entwicklungen: Existenzgründer eröffnen Geschäfte, bereits erfolgreiche Inhaber erweitern. Dazu kommt der neue Bahnhof.
... mit ebenfalls zusätzlichem Einzelhandel. Ist das keine Konkurrenz?
Pingel: Keineswegs. Das Zentrum verfügt dann über 60 zusätzliche Parkplätze, einen neuen Supermarkt und Geschäfte mit einem Angebot, das weitere Kunden ins Zentrum führt. Der Hörder Bahnhof ist nach dem Dortmunder Hauptbahnhof der zweitgrößte Nahverkehrsknotenpunkt in der Stadt. Mit dem Neubau können wir diese Position endlich auch nutzen.
Die Hermannstraße ist die Achse, die zum See führt.
Pingel: Hier erwarten wir eine moderne Stadterneuerung, die das Zentrum optisch aufwertet. Über zwei Jahrzehnte ist hier nicht sehr viel geschehen.
Wie bewerten Sie den Bestand im Zentrum?
Pingel: Hier gibt es noch viele von Inhabern geführte Geschäfte mit sehr gutem Service. Das Zentrum besteht aber nicht nur aus Einkaufsmöglichkeiten: In der Hörder Innenstadt gibt es 50 niedergelassene Ärzte – ich wiederhole: 50 –, die für die Infrastruktur sehr wichtig sind.
Wie sollten Investoren den Phoenix-See mit seinem hohen Freizeitwert und Handelspotenzial verstehen?
Pingel: Der See ist nach einer langen Durststrecke für uns Einzelhändler endlich das Signal für Investoren, nach Hörde zu kommen. In den nächsten Jahren ziehen 2500 Menschen zu uns – das hat Auswirkungen auf Kaufkraft und Branchenmix.
Befürchten die Einzelhändler aus der Altstadt keine Konkurrenz vom neuen Einzelhandel am See?
Pingel: Es muss bei den 3000 Quadratmetern als Maximum bleiben. Ein Gutachter hat bereits festgestellt, dass größere Flächen schädlich sind. Ansonsten sage ich: Das lange Warten und das Aushalten, es hat sich gelohnt. Wir haben die Wirtschaftskrise gut überstanden, es gibt positive Entwicklungen und teilweise brillante Geschäftszahlen – die Impulse, die vom See ausgehen müssen, passen gut in die Zeit.
Welche Sparten sehen Sie in den Ladenlokalen am Hafen?
Pingel: Sportartikel – das ist besonders wichtig –, Spielwaren, Bücher, Gastronomie und Bootszubehör.
Das Stiftsforum soll weichen. Freuen Sie sich auf einen Neubau?
Pingel: Wer auch immer zwischen Zentrum und See einen Neubau errichtet: Er will damit Geld verdienen. Ich warne vor zusätzlichem Einzelhandel.













