Medienhaus Lensing
04.01.2013 13:18 Uhr
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Silvester: Mutter fordert Böller-Verbot in Wohngebieten

BAROP Das Silvester-Feuerwerk hallt bei einer Familie aus Barop immer noch nach. Der Start ins neue Jahr begann für sie mit einem Schock. Eine Rakete hätte Julian (9) und Amelie (7) Temming fast getroffen. Mutter Reinhild ist verärgert und fordert ein Verbot von Böllern in Wohngebieten.Von Jana Schoo

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Der Knall halt noch nach: Amelie (7) und Julian (9) Temming, in den Armen von Mama Reinhild (48), wären Silvester fast von einer Rakete getroffen worden. (Foto: Jana Schoo)

Eine Rückblende: Die Silvesternacht in einer Seitenstraße nahe der Baroper Hauptstraße. Julian und Amelie freuen sich auf das Neujahrs-Spektakel, gehen raus auf die Straße. Plötzlich schießt eine Rakete am Eingangstörchen des Familienhauses auf die Kinder zu. Die retten sich mit einem Sprung zur Seite.
„Ich hatte Angst“, erzählt Julian. Schwester Amelie nickt kräftig. „Mein Sohn hat am ganzen Körper gezittert“, erinnert sich Reinhild Temming. Den Feuerwerkskörper hatten Nachbarn auf der gegenüberliegenden Straßenseite gezündet. Die Rakete – in eine leere Sektflasche gestellt – sei von einem unebenen Stromkasten heruntergefallen, schildert Temming.

Nachbarn waren uneinsichtig

Die Nachbarin habe das „Geschoss“ mit dem Fuß genau in die Richtung der Kinder – anstatt in eine ungefährliche – geschubst. „Die Rakete hätte Julian am Bauch getroffen, Amelie am Bein“. Als sie die Nachbarn auf den Vorfall angesprochen habe, hätten die sich uneinsichtig gegeben.

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„Für mich ist das grobe Fahrlässigkeit“, ärgert sich Reinhild Temming. Man müsse Kinder vor den Knallern schützen. Sie spricht sich für eine Regelung aus, die private Feuerwerke in engen Wohnstraßen untersagt oder zumindest einschränkt. Bislang ist das Silvester-Böllern in Deutschland nur in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen und Fachwerkhäusern verboten.
 
So gefährlich sind Böller
Böller und Raketen können schwere Verletzungen mit bleibenden Schäden verursachen. Üblich sind Fleischwunden und Knalltrauma.
Der Verursacher begeht eine Straftat. Der Vorwurf: Mindestens fahrlässige Körperverletzung. Mögliche Folgen: Schadensersatz und Strafe.
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