St. Patrokli Kirche: Neue Orgel kann wie eine Nachtigall zwitschern
KIRCHHÖRDE Sieben Jahre haben die Mitglieder der katholischen Gemeinde St. Patrokli Geld gesammelt für die neue Orgel. Jetzt steht das Instrument aus der renommierten Werkstatt von Johannes Klais in Bonn endlich in der Kirche und erklang zum ersten Mal. Derweil dürfen die Orgelbauer sich über 52 Liter Wein freuen.
Marcel Pier, 25 Jahre alt, ist ehrenamtlicher Organist in der Gemeinde. Stolz steht er vor der neuen Orgel. (Foto: Gaß)
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Sechs Mitarbeiter der Bonner Werkstatt, die vor zehn Jahren auch die Konzerthaus-Orgel gebaut hat, waren zu der Erstton-Feier gekommen.
Dies ist die vierte Klais-Orgel in Dortmund nach Instrumenten in der Krankenhauskapelle des Marienhospitals in Hombruch und der vor zwei Wochen eingeweihten Orgel in der evangelischen Kirche Brechten.
52 Liter Wein für die Orgelbauer
22 Register und rund 1200 Pfeifen hat die zweimanualige Orgel in St. Patrokli – das Opus 1900 von Klais. Die Konzerthaus-Orgel ist das Opus 1800. Die größte Pfeife (ein 8-Fuß, der versteckt als 16-Fuß doppelt so tief klingen kann) ist 3,05 Meter groß, die kleinste sechs Millimeter winzig.
Fotostrecke Klais-Orgel in St. Patrokli KIrchhörde
Das traditionelle Geschenk für die Orgelbauer – so viel Wein, wie die größte Pfeife fassen würde – ist bereits unterwegs nach Bonn: 52 Liter.
Drei Wochen haben die Orgelbauer die Königin der Instrumente auf der Empore aufgebaut. Einen fünf Meter hohen Ahorn-Korpus hat das Instrument; die Pfeifen bestehen aus einer Zink-Legierung bzw. Holz.
Pfeifen werden drei Wochen intoniert
Ab Montag werden nun drei Wochen lang alle Pfeifen einzeln für den Raum intoniert. Am 18. März um 15 Uhr wird die Orgel eingeweiht – am 25. Geburtstag des nebenamtlichen Organisten Marcel Pier.
„Es ehrt mich, dass ich als so junger Organist ein so vielseitiges und leistungsstarkes Instrument spielen darf“, sagt der Organist: „Weil ich auch eine Orgelbauer-Lehre gemacht habe, freue ich mich auf viele Fragen der Gemeinde und auf viele Experimente. Für die reichhaltige Orgellandschaft in Dortmund ist dieses Instrument eine große Bereicherung.“
Allerdings ist der sehnlichste Wunsch von Marcel Pier nicht erfüllt worden: Der Organist hatte sich einen Zimbelstern an der Orgel gewünscht, der besonders in der Weihnachtszeit eine aparte Klangfarbe bietet.
Ein Ersatz ist das Nachtigall-Register. Keck zwitschert das Vögelchen im Diskant. „Das macht Freude, das ist eine Zugabe“, freut sich Pfarrer Meinhard Elmer.
Platz für „Neuen Chor“
In der frisch renovierten, 1954 geweihten Kirche, deren Holzdecke und Wände nun weiß strahlen, finden auf der Empore nun auch der „Neue Chor“ der Gemeinde oder Musiker Platz, weil die Orgel weniger Platz wegnimmt.
In erster Linie soll das prächtige Instrument in den Gottesdiensten eingesetzt werden, aber die Gemeinde plant auch Konzerte – zum Beispiel „Sommernachtsträume“.
„Weil die Orgel ein Schwellwerk hat, ist sie für Romantik geeignet, aber Musik von Bach geht auch gut“, sagt Markus Bendel, Orgelbauer bei Klais.
360 000 Euro hat die Orgel gekostet; 317 000 hat die Gemeinde schon zusammen getragen. Die alte Feith-Orgel aus dem Jahr 1956 hat eine neue Heimat in der Herz-Jesu-Gemeinde im tschechischen Königgrätz gefunden.















