Phoenix-Gymnasium: Schulfrei wegen Amok-Drohung
HÖRDE Am Phoenix-Gymnasium kündigt die Gerüchteküche seit einer Woche einen Amoklauf an. Deshalb fällt der Unterricht am Freitag aus. Wir sprachen mit Schulleiterin Ursula Forthaus über große Ängste unter Schülern und den Reaktionszwang einer Lehrerin.
Am Phoenix wird Unterricht wegen einer Amok-Drohung ausfallen. (Foto: Peter Bandermann)
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Forthaus: Aus zwei Gründen. Erstens: Der Urheber des Gerüchts ist nicht genau zu identifizieren, es gibt also ein geringes Restrisiko, das zu tragen ich nicht bereit bin. Stellen Sie sich vor, es passiert etwas, und ich habe es gewusst, aber nichts unternommen. Zweitens: Die Angst unter den Kindern ist unerträglich groß, dass ein Unterricht nahezu unmöglich ist. Was auch immer am Freitag stattfinden würde – es wäre kein Unterricht. Eine salopp daher gesagte Amoklauf-Androhung eines Trittbrettfahrers – und schon fällt die Schule aus. Zwingt man Sie da nicht in die Knie?
Forthaus: Das nehme ich in Kauf. Klar, ich mache mich angreifbar, aber ich will nicht verantworten, dass Kinder während des Unterrichts Todesängste aushalten müssen.
Denken Sie nach, wie Sie mit einem Schüler umgehen, der nur so zum Spaß eine leere Drohung ausgesprochen hat?
Forthaus: Man muss solch eine Person genau überprüfen. Das können aber nicht wir, das geht nach Absprache mit den Eltern nur in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung. Darauf würden wir hinwirken. Man muss ja eine Gefahr ausschließen können. Unsere Disziplinarmaßnahmen reichen bis zur Entlassung von der Schule.
Die Amok-Drohung fällt in die Abiturzeit. Ein Problem?
Forthaus: Nein, wichtige Informationen zu den bevorstehenden Prüfungen, die wir am Freitag erteilen wollten, haben wir um einen Tag vorgezogen.
Zwangsläufig geraten Schulen beim Amoklauf-Thema in den Blickpunkt der Medien. Wie bewerten Sie die bisherigen Veröffentlichungen?
Forthaus: Was ich bisher gelesen habe, fand ich positiv. Da war auch Zurückhaltung spürbar. Und natürlich muss man darüber nachdenken, wie man mit diesem Thema in Zukunft umgeht. Jetzt frage ich mal: Wie sehen Sie das Thema denn als Vater unserer Schule?
Am Montag, als das Gerücht bei uns Zuhause angekommen ist, dachte ich noch: Hoffentlich zieht die Forthaus unbeirrt den Alltag durch. Nach Ihren Informationen über die große Angst der Kinder sehe ich das anders.
Forthaus: Wir lassen uns von unserem Auftrag übrigens nicht abbringen. Den Unterrichtsausfall vom Freitag holen wir nach. An einem Samstag.













