Auferstehungskirche: Public Viewing im Gotteshaus
APLERBECK "Ich bin auch für die Außenseiter", sagt Pfarrerin Anke Thimm. Als Frau des Glaubens ihr christlicher Auftrag. Ihr Glaube aber ist Schwarz-Rot-Gold: "Unsere Jungs, die schaffen das!" Um das auch zu verfolgen, schaut sie das Spiel am Arbeitsplatz.
Drückt allen Nationen die Daumen: Pfarrerin Anke Thimm. (Foto: Kostersitz)
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Volkesnähe
„Ich verstehe die Frage nicht ganz genau“, sagt Thimm und dies ist auch schon Antwort genug. Die Natürlichkeit, mit der die Pfarrerin am heutigen Spiel-Tag die Leinwand an der Kirchenwand aufzieht, dem Video-Beamer installiert und die Lautsprecher checkt, zeigt eine Kirche, die Volkes Nähe sucht.
Mit Tröten, Kappen, Fahnen sollen sie kommen, die Fußballfans aller Couleur, „die Kirche ist für alle offen, wir gucken, solange Deutschland spielt“. Die Menschen dort abholen, wo sie sind, dies sei der Weg, „mehr denn je“.
In WM-Zeiten ist eine Video-Leinwand mit Live-Übertragung da schon genau die richtige Nummer. „Aber kein Bier“, das ist die Pfarrerin streng, „wegen der Patienten.“ Denn die kommen natürlich auch, haben es nicht weit und mit der Fußballleinwand eine kleine Abwechslung zum Stations-Alltag.
Viele fremde Gesichter
„Das tut ihnen gut“, sagt Thimm, „das Zusammensein mit anderen“. Und von denen haben auch schon einige den Weg in die Auferstehungs-Kirche gefunden, am Sonntag, als Deutschland gegen Australien kickte. Das Debüt der „Jungs“ war auch das der Fußballkirche, „um die 50 Leute waren hier, viele fremde Gesichter“.
Die Leinwand zieht, die Kirche zieht an. „Kein Zweifel, dass wir gewinnen“, sagt Thimm. Der Glaube an die „Jungs“, er steht. Und versetzt ja bekanntlich so manchen Berg. Vielleicht erschallt die Auferstehungskirche ja bald in einem kollektiven „Finaaaaale!“ – so Gott will.













