Lütgendortmunder Boule-Verein: Die Jagd aufs "Schweinchen"
LÜTGENDORTMUND. Locker schwingt Gerhard Jagusch die rund 700 Gramm schwere Eisenkugel in der rechten Hand. Dabei fixiert er mit konzentriertem Blick das sogenannte Schweinchen, die kleine Zielkugel, um die sich beim ursprünglich französischen Spiel Boule (sprich Buhl) alles dreht.
Boule-Kugeln kann man auf zwei Arten werfen. (Foto: Nils Heimann)
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Zwei Wurftechniken
Für die Annäherung mit den Spielkugeln stehen dann zwei verschiedene Wurf-Techniken zur Verfügung, wie Gerhard Jagusch, Schriftführer vom Klub Lüdo Boule 2006, verrät. „Zum einen das ‚Legen‘. Dabei wird versucht, die Kugel mit möglichst viel Gefühl der Zielkugel anzunähern.“
Für die kräftigere Variante der Wurftechniken, dem „Schießen“, sind die sogenannten Tireure zuständig. Die versuchen gegnerische, besser platzierte Spielkugeln aus der Bahn zu schießen, um so Platz für die eigenen Kugeln zu schaffen. Oder durch das „Wegschießen“ der gegnerischen Kugel gleichzeitig eine eigene in eine nähere Lage zum Schweinchen zu bringen.
Wichtig: die "konstante Armlänge"
Boule, auch Petanque genannt, ist eine Sportart, die man von acht bis 80 Jahren betreiben könne, versichert Jagusch. „Benötigt wird dazu nur ein Satz Kugeln (drei Stück), Ruhe, Konzentration und eine konstante Armlänge.“ Soll heißen: Der Schwung des Wurfarmes muss möglichst gleichmäßig sein. Sowohl was Stärke als auch was Höhe betrifft.
Gespielt wird auf einer Bahn, die 3,50 Meter breit und gut 13 Meter lang sein sollte, entweder einer gegen einen (Tête à tête), zwei gegen zwei (Doublette) oder drei gegen drei (Triplette). Jeder Aktive spielt mit drei Kugeln. „Allerdings dürfen maximal zwölf Kugeln im Spiel sein“, klärt Jagusch auf. „Das bedeutet, beim Triplette spielt jeder nur mit zwei Kugeln.“
Dreizehn Punkte bedeuten den Sieg
Den Sieg heimst das Team ein, welches zuerst dreizehn Punkte erzielt hat. Gewertet wird jede Kugel des Teams, das die nächste Kugel platziert hat. „Allerdings nur so lange, wie die Kugel näher am Schweinchen liegt als die nächste Kugel des Gegners“, erklärt Jagusch. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.
Wer ein oder zwei Mal zugeschaut hat, begreift zumindest die Grundzüge schnell. Mehr Mühe macht es da schon, die zahlreichen taktischen Spielchen zu erlernen. „Da hilft vor allem eins: viel Erfahrung.“
Zur Information: Wer jetzt neugierig geworden ist, kann im Sommer jeden Donnerstag zwischen 18 und 20 Uhr nach Lütgendortmund in den Park der Generationen kommen. Dort findet immer das Training statt.















