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Medienhaus Lensing
08.01.2012 14:45 Uhr
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25000 Euro Kosten: Die Orgel der St. Remigius-Kirche Mengede wird gereinigt

MENGEDE. Kirchenorgeln haben es nicht so mit Körperpflege. Eine Komplettreinigung gibt es frühestens nach 15 bis 17 Jahren. Auch in der Orgel der katholischen St. Remigius-Kirche Mengede schlummert der Staub vieler Jahre. "1994 ist sie das letzte mal gereinigt worden", erinnert sich Küster und Organist Winfried Kupka. Jetzt ist es mal wieder soweit.Von Holger Bergmann

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Orgelbaumeister Friedrich Kampherm (l.) und Küster und Organist Winfried Kupka fanden in der Orgel wiederverwendete Pfeifen aus dem Jahr 1790.  (Foto: Schütze)

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Orgelbaumeister Friedrich Kampherm aus Verl hat mit der rund fünf Wochen dauernden Mission begonnen, die rund 3000 Orgelpfeifen auszubauen, zu reinigen und wieder zu stimmen. "Staub und der Ruß der Opferkerzen, da kommt so einiges Zusammen an Verunreinigungen in einer Orgel", weiß der Fachmann.

Pfeifen aus dem Jahr 1790 entdeckt

Und seine Augen glänzen vor Begeisterung, denn die St- Remigius-Orgel hält einige Überraschungen für ihn bereit. Die Orgel wurde zwar im Jahre 1952 gebaut, aus Kostengründen aber teilweise unter Wiederverwendung von Flöten und Pfeifen der jeweiligen Vorgänger-Orgel. So kamen bei der Entnahme der Einzelteile Pfeifen aus der Mengeder Ur-Orgel von 1790 und dem Nachfolgeinstrument von 1876 zum Vorschein.

Fotostrecke Eine Kirchenorgel wird zerlegt und gereinigt

Winfried Kupka und Friedrich Kampherm gehen bedächtig mit diesen Pfeifen um. "Als diese Schweißnähte entstanden, musste der Lötkolben noch im Kohlenfeuer erhitzt werden", bemerkt Friedrich Kampherm, beeindruckt von der Handwerksleistung.


Säuberung dauert fünf Wochen

Fünf Wochen lang benötigt das Team von Friedrich Kampherm, um die Pfeifen, die zwischen einem Fuß (30 cm) und rund fünf Metern messen, zu entstauben. Dazu zählt auch das komplette Manual (Tasten).

Die starken Größenunterschiede bei den Pfeifen nutzt Winfried Kupka bei seinen Orgelführungen für einen kleinen Hörtest. Er spielt den Besuchern den Klang der ganz kleinen Pfeifen vor. "Ältere Menschen können die ganz hohen Tönen nicht mehr wahrnehmen und hier können die Besucher entdecken, welchen Ton sie noch wahrnehmen."

Dass sich die Orgel nach Ende der Maßnahme komplett neu anhört, kann Friedrich Kampherm nicht versprechen. Denn das Instrument wird jährlich neu gestimmt. Der Dreck, der sich im Laufe der Jahre aus der Luft absetzt, hat somit keinen Einfluss auf den Klang, ist aber langfristig eine Gefahr für die mechanischen Komponenten des Instruments.

Schäden werden beseitigt

Mit der Reinung werden auch Schäden beseitigt, die im Laufe der Jahre, durch die Benutzung entstanden sind. Im hölzernen Rahmen der Orgel, haben sich Risse gebildet, die nun geleimt werden können. Durch das regelmäßige Stimmen der Zink-Pfeifen gibt es auch an dem weichen Metall Abnutzungen, die nun ausgebessert werden können.

Die Reinung hat ihren Preis, der schnell klarmacht, warum Orgeln in eher größeren Abständen sauber gemacht werden. Mit 25 000 Euro wird die Maßnahme in der Gemeindekasse einschlagen. Das ist aber kein Vergleich zur Alternative. Dem Verzicht auf Reinigung, und der Nutzung der Orgel bis zum Totalschaden. "Eine Orgel von dieser Größe würde man neu nicht unter 400 000 Euro bekommen", rechnet Winfried Kupka vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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