Konzert von Matthias Eisenberg: Ein Meister an der Orgel
LÜTGENDORTMUND Wenn Matthias Eisenberg an der Orgel sitzt, gibt es kein Halten mehr. Seine Finger rennen prügelnd die Tasten entlang, seine Füße wüten über das Pedal und die Orgel schreit, ruft, singt, um diesem verrückten Virtuosen auf ihrer Bank gerecht zu werden.
Der Virtuose an der Orgel. (Foto: Stephan Schütze)
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Höhepunkt des Abends waren aber seine Improvisationen – frei nach „das Beste kommt zum Schluss“ – am Ende des Konzertes. Zuvor jagte Eisenberg jedoch die Präludien, Fugen, Toccaten und Sonaten der bekannten Barock- und Romantikkomponisten über das Instrument, viele davon in einem ungeheuren Tempo: beispielsweise das Pedalsolo in Bachs Toccata in F wurde so zu einem virtuosen Lauf, den wohl kaum ein durchschnittlich guter Organist so sauber hätte spielen können.
Beachtlicher Klangteppich
Erst in seinen Improvisationen schien er wirklich aufgehen zu können. Anders als mit dem Wort „genial“ wird man diese Improvisationen nicht beschreiben können: er kombiniert eingängige Melodien mit interessanten harmonischen Wendungen und Verzierungen und natürlich einer Menge Läufen sowohl in der Hand als auch im Fuß. Unter anderem improvisierte er komplexe Fugen, wofür viele Komponisten tagelang mit zerkautem Bleistift in der Hand an Klavier und Notenpapier sitzen. Am Schluss durften die Zuhörer sich ein Lied wünschen, das er nur mit der Melodie aus dem Gesangbuch als Orientierung in einer fast fünfminütigen Improvisation durchführte und verarbeitete.
Stehende Ovationen
Ein dankbarer Applaus mit Standing Ovations war die verständliche Reaktion. Auf die Frage übrigens, wie man so improvisieren lerne, antwortete der 55-Jährige salopp: „Begabung. Und ein bisschen üben - ’den Computer füttern‘ - muss man auch.“ Analytisches Studium sei außerdem wichtig.













