Kunst - ein Schöpfungsakt
DORSTFELD Die Teilnehmer eines Aktmalkurses machten es sich nicht leicht, Nacktheit zu Papier zu bringen.
Die Teilnehmerinnen des Aktmalkurses erfuhren, dass man sich auch mit dem Körperaufbau beschäftigen sollte, ehe man Nacktheit zu Papier bringt. (Foto: Schütze)
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Keine Scheu darf das Modell haben, aber die Maler auch nicht. Für ihre möglichst genauen Zeichnungen müssen diese für Details auch schon mal näher an die nackt Posierende herantreten.
"Die Kursteilnehmer sehen in ihr nicht die Person, sondern das zu malende Objekt, deshalb gibt es keine Hemmungen", weiß Tanja Moszyk, die den Aktmalerei-Kursus "Von Körperformen inspiriert" im Dorstfelder Creativzentrum der Volkshochschule leitet. Der Blockkursus findet an zwei Tagen statt. "Am ersten Tag zeigt das Modell verschiedene Posen 20 Minuten lang und die Teilnehmer machen Vorskizzen, am zweiten bringen sie das Motiv mit verschiedenen Techniken und in eigener Handschrift auf Leinwand, meist gar nicht fotografisch."
Theorie vor der Praxis
Doch bevor es an die Praxis geht, kommt die Theorie. Es gibt eine kleine Einführung in Körperaufbau und Proportionen. "Denn manchmal wundert man sich, wie kurz ein Arm werden kann", kämpft Teilnehmerin Anke Steger ein bisschen bei den Zeichnungen, was sie aber nicht weiter stört. Sie wolle sich "nicht haarklein an Details aufhalten". Ihr Werk: getupft-verschwommene Formen, bei denen man nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um eine liegende Nackte handelt.
"Diesen eigenen Stil finden und machen lassen und dabei herauskitzeln, was jeder erreichen möchte, um Hilfestellung zu geben", ist die Aufgabe der Kursleiterin. Sie diskutiert zwischendurch immer mal mit Barbara Lindemann, die noch nicht ganz zufrieden scheint. Sie hat sich für eine stehende Pose entschieden, da ihr die Vorskizze am besten gelungen ist. Auf ihrer Leinwand erscheint die Silhouette ziemlich schlank.
Von der Ausstrahlung inspiriert
Neigt man dazu, das Aktmodell zu idealisieren? "Nein, finde ich nicht. Ich lasse mich von der Haltung oder Frisur und Ausstrahlung inspirieren", meint die 48-Jährige. So ist auch die Erfahrung von Tanja Moszyk, die Grafikdesign studiert hat, und seit 1998 verschiedene Kurse unterrichtet. "Dafür soll man dazu neigen, einen Teil seines eigenen Körpers mit einzubauen. Jedenfalls hatten meine Akte immer recht breite Schultern", lacht die schlanke 35-Jährige, die auch schon als Aktmodell posiert hat, "da haben mich die Malenden gefragt, ob ich Schwimmerin bin."
Sie arbeite mit drei weiblichen Modellen zusammen, da Frauen sinnlicher und schöner zu malen seien.













