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Medienhaus Lensing
22.02.2012 16:56 Uhr
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Teures Benzin verärgert Grevener: Die Suche nach dem Tiefpreis

GREVEN Die Spritpreise haben ein neues Rekordhoch erreicht. Viele Grevener tanken weniger und hoffen auf bessere Tage. Für kurze Wege weichen sie solang aufs Fahrrad aus. Andere denken über alternative Kraftstoffe nach.Von Michael Billig

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Die Suche nach günstigem Sprit ist zurzeit vergeblich. Manche Grevener satteln lieber gleich aufs Fahrrad um.  (Foto: Michael Billig)

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Die Grevenerin Silke Ederleh hat die Hoffnung getankt, dass die Spritpreise wieder fallen. Vorher gönnt sie ihrem Kombi keinen einzigen Tropfen Benzin. Sie hat zwar direkt vor einer Zapfsäule gehalten. Doch: „Tanken ist leider nicht.“ Sie wolle lieber noch ein paar Tage warten. Sie habe die Tankstelle nur angefahren, um ihrem Auto eine Wäsche zu verpassen. Spätestens wenn der Tank leer ist, wird Ederleh aber wieder vor der Zapfsäule stehen. Dann wird sich zeigen, ob ihre Hoffnung berechtigt war. Ganz ohne Tanken kommen die meisten Autofahrer, vor allem Berufspendler, wohl kaum über die Runden.

Durststrecke für Vielfahrer

Gerade Vielfahrer erleben derzeit eine kleine Durststrecke. „Ich suche immer die billigste Tankstelle“, sagt etwa André Schmöckel. Seine Suche nach dem besten Preis verläuft auf seiner Route zwischen Wohn- und Arbeitsort, zwischen Greven und Münster. Mit seinem Auto, einem Diesel, ist Schmöckel ist sowohl dienstlich als auch privat unterwegs. Früher legte er selbst den Weg zum Bäcker um die Ecke ganz bequem in seinem Auto zurück. Heute sattelt er auch schon mal aufs Fahrrad um. Doch andere Strecken, gerade mit den Kinder, ließen sich nur mit dem Auto bewältigen, sagt der Familienvater. Das mache sich im Portmonee bemerkbar. „Dafür muss man auf andere Dinge verzichten, zum Beispiel seltener zum Essen ausgehen“, sagt Schmöckel.

20-Euro-Marke

Auch Susanne Tratnow tritt mittlerweile öfter in die Pedale. Einmal im Monat tankt sie ihr Auto voll, das muss reichen. „Die meisten tanken derzeit nur für 15 bis 20 Euro“, erzählt hingegen die Kassiererin an der Tankstelle Ahlert. Das bestätigen auf Nachfrage dieser Zeitung Mitarbeiter an anderen Tankstationen. Auch der flüchtige Blick auf die Anzeigen der Zapfsäulen zeigt: Die 20-Euro-Marke ist eine Grenze, die nur wenige überschreiten wollen. „Zur Not muss man zu Fuß gehen, weil man auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Greven nicht an sein Ziel kommt“, sagt Andrea Mc Comiskaez und schimpft über die gestiegenen Benzinpreise: „Das ist eine Riesen Schweinerei.“ Auch sie hat ihr Auto nicht vollgetankt und hofft auf günstigere Gelegenheiten.

Weg zur Arbeit mit dem Mofa

Die Suche nach dem Tiefpreis aber ist beschwerlich. Benzin ist über die Jahre immer teurer geworden. Die Grevener haben sich mehr oder weniger damit abgefunden. Ein Mann, der auf einem Mofa vorgefahren kommt, hat sein Auto schon vor Jahren abgeschafft. Für die tägliche Fahrt zur Arbeit genüge sein motorisiertes Zweirad. Sieben Liter fasst der Tank. Der Verbrauch ist bescheiden. Da fällt der Preisanstieg nicht so stark auf.

Wenn er sich wieder ein Auto anschaffen würde, sagt der Mofa-Fahrer, dann nur eines mit Elektroantrieb. Alternative Antriebe und Kraftstoffe sind im Kommen: Ralf Hogendorf betankt seinen Firmenwagen mit Autogas – und zwar voll. Das kostet nur halb so viel und bringt die gleiche Leistung wie ein reiner Benziner. „50 Liter Autogas reichen für 580 Kilometer“, berichtet er. Sein Privatauto, ein französisches Fabrikat, „füttert“ er mit dem umstrittenen Biosprit E 10. Der sei vom Hersteller empfohlen und außerdem noch ein paar Cent günstiger. Doch vermutlich auch nicht mehr lang.


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