Ein Hauch Wildwest: Im "Circus Casselli" stürmen Bisons in die Manege
GREVEN Zirkus - das ist seine Leidenschaft. Marcel Baldini, 28 Jahre jung, Spross einer zirkusbesessenen Familie aus Solingen, ist Cheftiertrainer des "Circus Casselli", der derzeit am Hallenbad gastiert.
Marcel Baldini weiß, welche Leckerbissen die Bisons gerne mögen: Brot - am liebsten Vollkornbrot. (Foto: Elke Kemmler-Ransmann)
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Und als Tiertrainer hat er zwei ganz besondere Vierbeiner in seiner Obhut, die man nicht jeden Tag in der Manege sieht: "Running Bear" und "Night Wolf", zwei Bisons, die Baldini vor dem sicherenTod gerettet hat.
"Bisons gelten als nicht dressierbar", erzählt Baldini. "Es gibt nur zwei Menschen in den USA, die Bisons in eine Zirkusshow integriert haben." In Europa verfügt, so Baldini, nur der "Circus Casselli" über die großen und schweren Büffel. Und das verdanken "Running Bear" und "Night Wolf" einem glücklichen Zufall. Denn eigentlich stand ihnen ein trauriges Schicksal bevor: Der Schlachthof.
100 Liter Wasser pro Tag
Marcel Baldinin hörte davon: "Ich nahm Kontakt auf, überbot den Schlachthauspreis und konnte die Tiere nach kurzer Zeit in Empfang nehmen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, den Tieren ein schönes Leben in einem Zirkus zu bieten. Das ist mir gelungen", freut Marcel Baldini sich heute noch über den geschickten Schachzug.
Am Tag verputzen die beiden Jungbisons bis zu 25 kg Heu, einen Sack Wildtierfutter und saufen 100 Liter Wasser. Als besonderen Leckerbissen gibt es Brot. "Für einen Laib Brot tun die zwei wirklich alles. Das ist der absolute Hochgenuss. Aber es muss schon Vollkornbrot sein."
3.000 Euro Kosten pro Woche
Bevor "Running Bear" und "Night Wolf" und die anderen Tiere sich sattfressen können, ist eine Menge Vorbereitungsarbeit zu erledigen. Gut eine Woche, bevor der "Circus Casselli" seine Zelte in einer Stadt aufschlägt, "haben unsere Jungs schon Kontakt aufgenommen, damit wir nicht völlig ortsfremd aufgeschmissen sind."
Wo bekommt man Heu? Wo ist der nächste Tierarzt? Welche Schule können die Kinder besuchen? Rund dreitausend Euro muss der Zirkus wöchentlich investieren, um Tier und Mensch zu versorgen.
Nicht mit Internet vergleichbar
Als großer Freund des Wildes Westens hat sich Marcel Baldini entschlossen, "mit meinen zwei Bison eine echte Action-Show in die Zirkus-Arena zu bringen." Es ist schon einzigartig, "wenn Büffel in die Arena stürmen und eine Eselherde hinterher." Und dann ist da natürlich diese ganz besondere Atmosphäre, die weder Internet noch Handy-TV vermitteln können. Die Leidenschaft für den Zirkus eben.
- „Ghost Rider Wild West“ heißt die Zirkusshow, die am Samstag um 15 und um 19 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr zu bestaunen ist.
- Außerdem gibt es eine Tierschau (Kängurus, Pferde, Ponys, viele kleine Streicheltiere: Von 10 bis 12 Uhr und vor den Vorstellungen.













