Handball: Knapper Sieg für 09-Damen
GREVEN Der Ausgleich lag in der Luft, als der SV Union Halle-Neustadt am Samstagabend in der Rönnehalle zum letzten Angriff ansetzte, Monic Burde beförderte den Ball dann auch sicher in die Maschen. Doch zuvor hatten die Schiedsrichter ihre Pfeifen ertönen lassen, das Tor zählte nicht. Und der Freiwurf, der nach abgelaufener Spielzeit folgte, saß nicht. Sehr zur Freude des SC Greven 09, der mit dem 31:30 (17:14) glücklicher Sieger einer engen Zweitliga-Partie war.
Die 09-Damen freuen sich über den Sieg gegen Halle-Neustadt. (Foto: Heidrun Riese)
Weniger spannend hätten es die 09-Damen gemacht, hätten sie ihre Gäste nicht immer wieder ins Spiel kommen lassen. Das musste man ihnen aber dennoch zugute halten: Zwar schafften es die Grevenerinnen nicht, sich entscheidend von ihrem Verfolger abzusetzen, ließen ihn im letzten Drittel der ersten Halbzeit auch zwei Mal ausgleich - doch überholen ließen sie ihn nie!
Gleich zu Beginn des Spiels stellten die 09-Damen die Nerven ihrer Fans auf die Probe: Ballverlust, die Spielerinnen traten den Rückzug an. Doch der die gelbe Kugel war noch nicht ganz verloren, sie war vor dem Kreis liegen geblieben – greifbar! Melanie Lorenz passte gut auf: Sie blieb im Angriff, schnappte sich den Ball und machte das 1:0 (1.). Das war der Auftakt einer kleinen Serie zur 4:1-Führung (3.).
Halle kommt immer wieder heran
Der Drei-Tore-Vorsprung hielt allerdings nicht lange. Halle kam heran und wollte sich auch nicht so schnell wieder abwimmeln lassen. 4:3 (Linda Jäger, 7.), 5:4 (Jurate Kiskyte per Siebenmeter, 10.), 6:5 (Linda Jäger, 11.). Erst als Zofia Fialekova eine Zeitstrafe erhielt (12.), konnten sich die 09-Damen wieder ein bisschen absetzen, auch wenn die Freude erneut nicht von langer Dauer war. Nachdem sie ihre Führung auf 9:5 (Ania Jaszczuk, 17.) ausgebaut hatten, fielen die Grevenerinnen auf 10:9 (Monic Burde, 20.) zurück. Zeit für eine Auszeit.
Was danach passierte, hatte sich 09-Trainerin Franziska Heinz sicherlich anders vorgestellt. Halle glich zum 10:10 aus (Jurate Kiskyte, 22.), blieb von Grevens 11:10 (Ania Jaszczuk, 23.) unbeeindruckt und stellte mit dem 11:11 (Jurate Kiskyte per Siebenmeter, 24.) erneut den Einstand her. Dann aber wollten es die 09-Damen wieder wissen und zogen mit vier Toren in Folge auf 15:11 (Nikki Schreurs, 27.) davon und gingen mit einer verdienten, aber eigentlich zu knappen 17:14-Führung in die Pause.
Fazit der ersten Halbzeit: Da hätte mehr drin sein können. Doch immer dann, wenn die Grevenerinnen so richtig aufs Gaspedal hätten treten müssen, zogen sie die Handbremse an und machten es dem Gegner viel zu leicht aufzuholen.
Fünf-Tore-Vorsprung
In der zweiten Halbzeit machten sie es besser, zunächst zumindest. Bis etwa zehn Minuten vor Schluss schafften die 09-Damen es immer wieder, einen Fünf-Tore-Vorsprung herauszuspielen: 21:16 (37.), 22:17 (38.), 24:19 (42.). Alle drei Male war Anika Ziercke, die nach der 09-Auszeit auf Rechtsaußen spielte, am Werk. Den letzten Fünf-Tore-Abstand stellte dann Melanie Lorenz vom Siebenmeterpunkt her (28:23, 48.). Danach schmolz der Vorsprung der Grevenerinnen kontinuierlich. Was zum einen daran lag, dass Halle ordentlich aufdrehte, zum anderen daran, dass Greven etliche Fehler machte und nach Zeitstrafen gegen Melanie Lorenz (52.) und Ania Jaszczuk (54.) kurze Zeit in doppelter Unterzahl war.
Dass die Gäste am Ende "nur" auf ein Tor herankamen und nicht mehr ausglichen oder soger überholten, hatte der SCG auch Nikki Schreurs zu verdanken - sie, mit der Halle zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht gerechnet hatte, warf die letzten drei 09-Tore. Ohne diese drei Tore wäre es am Ende noch spannender geworden …
SC Greven 09: Radke, Thiele - Lorenz (8/1), Schreurs (7/3), Jaszczuk (4/1), Ziercke (4), Everding (4), Kornet (2), Thomassen (1), Glathe (1), Frank.
SV Union Halle-Neustadt: Praetzel, Voigt - Kiskyte (9/7), Burde (7), Jäger (5), Fialekova (4), Kracht (3), J. Hummel (1), Cichy (1), Schorradt, S. Hummel, Hesse, Michel, Schwarz.
Siebenmeter: Greven (5/5), Halle-Neustadt (7/7).
Zeitstrafen: Greven vier, Halle-Neustadt vier.
Zuschauer: 450.











