Kandaouroff-Prozess: Witwe beschreibt den Tatabend
BOCHUM/HALTERN Mehr als 18 Monate nach dem Kopfschuss-Tod des Halterner Seehof-Chefs Klaus Kandaouroff (80) ist am Freitag erstmals bekannt geworden, wie die Witwe des Millionärs den dramatischen Tatabend erlebt hat. Als der Todesschuss fiel, saß die 71-Jährige im Wohnzimmer vor dem Fernseher.
„Plötzlich hörte ich einen lauten Knall“, hatte Anni Kandaouroff bei der Polizei ausgesagt. Die Seniorin hatte sich ein sportlich-musikalisches TV-Programm zu Recht gelegt. „Für den Abend interessierte ich mich für den Boxkampf von Klitschko und für den europäischen Song-Contest.“
Als Lena gerade anmoderiert wurde, schreckte die 71-Jährige hoch, ging zunächst in die Küche, dann betrat sie den dunklen Flur.
Die Witwe: „Die Haustür stand ein Stück offen. In der beleuchteten Einfahrt sah ich einen Mann weglaufen.“ Erst danach sah sie ihren am Boden liegenden, blutenden Ehemann. „Ich schloss sofort die Tür und schob die Kette vor. Ich muss sehr laut geschrieen haben.“ Dann habe sie ihren Sohn Klaus angerufen und gerufen: „Der Papa wurde angeschossen.“
"Locker und ausgeglichen"
An die Stunden vor dem Drama erinnerte sich die 71-Jährige so. Eigentlich sei es ein Tag wie jeder andere gewesen. „Er war locker und ausgeglichen.“
Die Aussage der Witwe wurde am Freitag vor dem Bochumer Schwurgericht verlesen. Mit Blick auf die angeschlagene Gesundheit der alten Dame hatten sich alle darauf verständigt, ihr den beschwerlichen Gang in den Zeugenstand zu ersparen.
Im Prozess vor dem Bochumer Schwurgericht haben Mladen P. (43), Michael M. (46) und Volker H. (47) ihre Beteiligung an der Bluttat zugegeben. Mit einem Urteil ist frühestens im Februar zu rechnen.


















