Profilschule: Im "Klassenrat" lösen die Schüler ihre Probleme
HERBERN Wir begleiten die Schülerin Emma (10) an der ersten Profilschule in NRW. Dort gehört nicht nur das selbst gesteuerte Lernen zum Konzept. Auch üben Emma und ihre Klassenkameraden im "Klassenrat", Probleme selbst zu lösen.
Klassenrat in der Profilschule mit Sozialarbeiterin Kirsten Bayer und Emma. (Foto: Nico Drimecker)
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Klassenrat ist ein Gremium
Noch bevor Sozialarbeiterin Kirsten Bayer den Raum betreten hat, haben die Schüler einen Stuhlkreis aufgestellt. Heute tagt der Klassenrat. Wie jeder andere Rat – von kommunaler bis zur europäischen Ebene – ist auch der Klassenrat ein Gremium, das vielleicht kleinste demokratische Organ. Sozialarbeiterin Bayer ernennt zu Beginn der Stunde zunächst einen Protokollführer, einen Zeitwächter, einen Beobachter.
Drei Schüler holen drei Listen, mit den Titeln: „Ich lobe...“, „Ich kritisiere...“ und „Ich schlage vor...“. Nacheinander liest jeder die Punkte auf der Liste vor. Die Kritikliste ist an diesem Tag zuerst an der Reihe. Eine Schülerin liest vor, Lisa störe, dass ein Junge sie mit dem Nachnamen anspreche.
„Ich kritisiere“-Liste
Kirsten Bayer moderiert den Stuhlkreis. Lisa darf den Punkt, den sie auf die „Ich kritisiere“-Liste geschrieben hat, erklären. Die anderen hören zu. Kirsten Bayer übergibt das Wort an den Mitschüler, der Stellung bezieht. „Es gibt ja zwei Lisas“, begründet er. Dass sein Argument eher fiktiv ist, erkennt Mitschülerin Tabea, die sich meldet und erwidert: „Das kann ja eigentlich nicht sein, es gibt ja auch zwei Lauras.“
Die Kinder diskutieren hin und her, etwas durcheinander zwar, sodass Kirsten Bayer immer wieder einmal für mehr Ruhe sorgen muss, aber niemand wird wirklich laut. Dennoch: Das Problem soll beseitigt werden, deshalb fragt Kirsten Bayer in die Runde: „Hat jemand einen Vorschlag, wie wir beide Lisas unterscheiden können?“ Die Kinder überlegen.
Lob und Vorschläge
Eine Schülerin schlägt vor, eine Lisa mit dem zweiten Vornamen zu rufen. Beide Lisas sind einverstanden mit der Lösung, Emma und die anderen Schüler zeigen mit Daumenzeichen, dass auch sie die Lösung akzeptieren. Ob das Problem gelöst wurde, „das prüfen wir im Klassenrat nächste Woche nach“, kündigt Kirsten Bayer an. Die Listen für Lob und Vorschläge sind schneller abgehakt. Schließlich hat niemand etwas einzuwenden, dass einige Schüler schreiben, dass andere „lustig und immer total nett“ sind.
So resümiert die Beobachterin dieses Klassenrates, nachdem der Zeitwächter Bescheid gegeben hat, dass die Stunde bald um ist, wie sich die Schüler auf das Problem geeinigt haben. Klassenlehrer Thomas Thies sitzt übrigens als stiller Beobachter dabei. „Irgendwann“, sagt Kirsten Bayer, „soll ein Kind auch meine Rolle als Leiterin übernehmen.“
















![Mobiler Reporter Nico Drimecker / Verlag /
[Foto: Dieter Menne, RN
Datum: 09.08.2011] Mobiler Reporter Nico Drimecker / Verlag /
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Datum: 09.08.2011]](/storage/scl/mdhl/artikelbilder/lokales/rn/lulo/luenen/2642501_t1m3w90h60q75v52646_Reporter_Nico_589.jpg)










