Greifvögel: Bussarde und Milane vergiftet - Kreis geht jetzt dagegen vor
KREIS STEINFURT Noch nie waren die Meldungen über vergiftete Greifvögel im Kreis Steinfurt so häufig wie in den letzten Monaten. In verschiedenen Bereichen des Kreises wurden Giftköder oder vergiftete Greifvögel wie Mäusebussarde, Kornweihen und Rotmilane gefunden.
Diese Greifvögel sind in den vergangenen Wochen im Kreisgebiet gefunden worden. Jemand hat sie vergiftet. (Foto: pd)
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Als Giftköder werden Aas, Fleisch oder Eier präpariert. Auffällig ist oft die rote, violette oder blaue Verfärbung der Köder. Das am häufigsten verwendete Gift - Carbofuran (Handelsname: Furadan) - verfärbt die Köder blauviolett. Bei den Giften handelt es sich um in Deutschland verbotene Pestizide oder Insektizide, die in extrem hohen Dosen ausgebracht werden.
Krallen und Schnabel verfärben sich
Die vergifteten Tiere erleiden einen qualvollen Tod. Indizien für vergiftete Vögel sind Verfärbungen im Bereich des Schnabels und verkrampfte Krallen. Aber auch ohne diese Merkmale kann eine Vergiftung vorliegen.
Es handelt sich hier um kein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat nach gleichzeitig drei Gesetzen: dem Jagd-, Tierschutz- und Naturschutzgesetz. Diese Taten können mit Geldstrafen, in schweren Fällen auch mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren bestraft werden. Nach dem Jagdgesetz droht zusätzlich der Entzug des Jagdscheines. Alle Greifvögel sind streng geschützt und viele stark in ihrem Bestand bedroht.
Jäger, Polizei und Naturschützer sind involviert
Der Kreis Steinfurt trete der Tötung mit alle Schärfe entgegen, schreibt die Pressestelle am Dienstagnachmittag. Abstimmungen zur Strafermittlung mit der Kreisjägerschaft, Polizei und den Naturschutzverbänden sollen nun zu einem besseren Aufklärungserfolg führen. Die Kreisjägerschaft hat sich bereits mit aller Deutlichkeit gegen diese Handlungen distanziert und wird mit allen Mitteln eine Ermittlung der Täter unterstützen.
ZUR SACHE
- Bei Giftverdacht oder Fallenfund wird die Bevölkerung gebeten, sich unmittelbar mit der Leitstelle der Kreispolizei unter Tel: 02551-150 in Verbindung zu setzen.












