Strafanzeige: Jäger mit Giftködern gefilmt
LENGERICH Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz hat das "Komitee gegen den Vogelmord" jetzt erstattet. Wie dessen Sprecher Axel Hirschfeld auf Anfrage berichtete, sei ein Jäger am 9. Mai von einem Zeugen dabei beobachtet worden, wie er Köder auf einem Acker auslegte.
Der Giftköder aus Lengerich: ein Eigelb auf einem Stück Alufolie. Um die Alufolie war eine Art Nest aus Moos gebaut. (Foto prf)
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Dem Komitee liege ein Video vor, so Hirschfeld weiter, auf dem zu erkennen sei, wie ein Mann auf einem Acker herumläuft und etwas auf den Boden legt. Dabei habe es sich um ein Eigelb gehandelt, das auf einem Stück Alufolie ausgebracht worden war. Um die Alufolie herum habe der Mann eine Art Nest aus Moos gebaut – offenbar um Vögel anzulocken. Später seien solche „Giftnester“ an insgesamt drei Stellen des Lengericher Jagdreviers entdeckt worden.
Greifvögel ernähren sich von Hasen
„Wir gehen davon aus, dass mit den Ködern gezielt Greifvögel getötet werden sollten“, so Hirschfeld. Greifvögel seien vielen Jägern immer noch ein Dorn im Auge, da sie sich unter anderem auch von Fasanen und Hasen ernähren. Wie Hirschfeld weiter berichtet, sei der Lengericher Zeuge, der anonym bleiben wolle, bereit, vor Gericht auszusagen. Er habe den Jäger erkannt und persönlich auch angesprochen.
Bei der Polizei ist der Vorgang bekannt. „Es wurde Anzeige erstattet. Jetzt wird die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die dann entscheidet, wie weiter verfahren wird“, berichtete Jochen Laschke von der Pressestelle der Kreispolizei. Weiter wollte er sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.
Streng geschützte Tiere
Greifvögel sind in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Sollte der mutmaßliche Giftleger von Lengerich überführt werden, droht eine hohe Geld- oder Haftstrafe sowie der Verlust der Jagderlaubnis. Der Fall aus Lengerich ist nach Hirschfelds Angaben nur einer aus einer ganzen Reihe von Fällen von Greifvogel-Wilderei im Münsterland.
Nachdem zu Beginn des Jahres Mitgliedern des Komitees zwei illegal aufgestellte Fallen zum Fang von Habichten in der Gemeinde Saerbeck gefunden haben, entdeckten Spaziergänger im April und Juni bei Ostbevern mehrere vergiftete Mäusebussarde. Auch hier ergaben die Ermittlungen der Polizei, dass die Tiere mit Carbofuran getötet wurden.












