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Kinofest in Lünen: Auftakt nach Maß
Von Beate Rottgardt am 14. November 2007 21:24 Uhr
LÜNEN Einen Auftakt nach Maß hatte Mittwoch Abend das 18. Lüner Kinofest – einen Tag vor dem offiziellen Beginn las Günter Lamprecht im Cineworld aus seinem zweiten Buch „Ein höllisches Ding, das Leben“.

Mit einer Lesung von Günter Lamprecht am Mittwoch Abend wurde das Kinofest schon vor der offiziellen Eröffnung eingeläutet.
Foto: Goldstein
Nachdem der 77-jährige Schauspieler am Nachmittag mit seiner Unterschrift den Startschuss für das Projekt „Eindrücke“ gegeben hatte, faszinierte er am Abend mit Erinnerungen an seine Anfänge als Schauspieler.

Kinofestleiter Michael „Mike Wiedemann, seit über 25 Jahren mit Lamprecht befreundet, war froh, dass der Schauspieler pünktlich nach Lünen gekommen war – „bei all dem Wahnsinn, den wir heute treiben mussten, um die Leute trotz Bahnstreik nach Lünen zu bringen“.

Dass Wiedemanns Idee, mit einer Lesung das Kinofest zu starten, beim Publikum ankommt, bewies der wie schon 2006 bei Rolf Zacher ausverkaufte Kinosaal bei Lamprechts Auftritt.

Was John Wayne kann...

„Wat die können, kann ick och“ – diesen Spruch kassierte im Herbst 1949 Lamprechts Kumpel, der von den schauspielerischen Qualitäten John Waynes und Burt Lancasters schwärmte. Sechs Jahre später reiste Lamprecht mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Angelika im Interzonenzug von Berlin nach Bochum zu seinem ersten Engagement nach zweieinhalb Jahren an der renommierten Max  

 Reinhard-Schauspielschule.

Ein vermeintlich großer Lottogewinn von Vater Willi, Jobs als Fotomodell bei Heinz Oestergaard, der brodelnde Ruhrpott im August, ein Auftritt mit dem Bochumer Ensemble in einem Sartre-Stück in Paris – Szenen aus einem Künstlerleben, die 50 Jahre später durch Lamprechts lebendige Art zu lesen die Lüner fesselten.

Donnerstag Abend wird die Kinofest-Eröffnung erstmals in vier Sälen des Cineworld stattfinden – der Ansturm auf die Karten für die Gala war so groß wie nie zuvor. „Deshalb haben wir uns kurzfristig entschlossen, noch einen Saal zu öffnen“, so Cineworld-Betreiber Lutz Nennmann.

      
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