Sportlerporträt: Goran Miletic - Fußballer findet auf dem Jakobsweg zu sich selbst
LÜNEN "Man geht diesen Weg aus spirituellen oder religiösen Gründen", sagt Goran Miletic. Der Lüner Fußballer war auf den Spuren Hape Kerkelings unterwegs - und auf den Spuren vieler anderer Pilger: auf dem Jakobsweg. "Ich glaube an Gott, nicht an die Kirche. Ich wollte auf diesem Weg mit mir ins Reine kommen", sagt Miletic. Ein Porträt.
Mit dem Spruch »Buon Camino a tutti, Goran, Splitt, Croatia« (Guten Weg an alle Pilger)! verewigte sich Goran Miletec an der Wand eines Refugiums. (Foto: privat)
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Und plötzlich: "So etwas wie ein Strahl ging durch meinen Körper", erzählt er. "Bis hinunter ins Bein. Der Schmerz war weg. Ich konnte laufen. Ich habe sicher einen starken Willen. Aber irgendwie war dies wie eine Begegnung mit Gott." Als Miletic dies erzählt, wird die Stimme ruhiger. Als könnte er das Geschehene immer noch nicht glauben.
Neun Tage vor dem Ziel umgeknickt
Umgeknickt! Das rechte Sprunggelenk war dick, passte kaum noch in den Wanderschuh. Die Pfützen waren aber so kalt, dass er seine Knochen kühlen konnte.
Direkt nach der Ankunft: Diebe
Eine Ungarin gab ihm sofort neue Stöcke, hätte ihm diese sogar geschenkt. "Aber ich habe am Straßenrand einen Kirschbaum-Ast gefunden. Mit dem bin ich dann weiter gelaufen." Am letzten Abend vor dem Ziel behinderte ihn die Knöchelverletzung sehr - er war schlecht drauf. Da traf er drei Slowenen. "Denen habe ich meinen Ast gegeben. Sie haben ihn für mich ins Meer geworfen."
Hartes Galizien: "Es goss ohne Ende"
Aber nur Schmerz und Leid auf der gesamten Strecken? Mitnichten! Unvergessen sind die Momente, Minuten und Stunden, die Menschen, die sich vorher nie begegnet sind, zusammen erleben. Miletic erzählt eine Anekdote: "In den Refugien gibt es Waschmaschinen und Trockner. Ich stand mit einer jungen deutschen Frau vor den Geräten. Ich hatte sie nie vorher gesehen. Als wäre es die Selbstverständlichkeit der Welt - wir haben unsere Wäsche zusammen in einer Maschine gewaschen."
Mit einem fremden Pilger in einem Bett
Miletic schrieb die Erlebnisse dieser 21 Tage auf. Er führte ein Tagebuch. Und in Compostela steckte er für all jene, die ihm geholfen haben, eine Kerze an. Heute sagt er: "Mich hat das Wanderfieber gepackt. Ich will immer wieder los." Den Jakobsweg würde er immer wieder gehen. "Aber dann ganz ohne Zeitlimit."

















