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Medienhaus Lensing
04.04.2008 15:13 Uhr
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Klaus Liedtke: Dreimal der Weltbeste

LÜNEN Klaus Liedtke, der beste Leichtathlet der Stadt, hat sich nach längerer Verletzungspause zurückgemeldet. Im französischen Clermont-Ferrand ist er dreifacher Senioren-Weltmeister in der Halle geworden.Von Bernd Janning

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Klaus Liedtke ist der wohl größte Lüner Titel- und Medaillen-Sammler. (Foto: Bernd Janning)

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Bei der Hallen-WM holte er sich in der Altersklasse 65 in seinen Parade-Disziplinen Kugelstoßen, Diskuswerfen und Gewichtwurf den Titel. Im Hochsprung wurde er Vizeweltmeister.

"Wettbewerbe in der Halle waren noch nie mein Ding. Aber an Clermont-Ferrand kommen wir immer vorbei, wenn wir in Portugal unseren Winterurlaub machen. Also habe ich mich dort angemeldet, wo augenblicklich die Europameisterschaft der Turner ausgetragen wird", erzählt der vielfache Senioren-Weltmeister auf Rasen und Asche. "Dort ging es teils katastrophal zu", erzählt der Lüner.

Lebensgefährliche Bedingungen

Die Wettbewerbe mit der Kugel und den Gewichten wurden in einer Nebenhalle ausgetragen. Bei dieser waren immer zwei große Tore offen. Es war zugig und auf 700 Metern Höhe mächtig kalt. Der Wettkampf mit der Kugel begann zudem noch mit eineinhalb Stunden Verspätung.

Liedtke: "Zwei Tage zuvor hatte ich noch 15,5 Meter gestoßen. Jetzt kamen nur 13,68 Meter heraus." Halb so schlimm letztlich, denn das reichte, um die zehnköpfige Runde mit Platz eins abzuschließen.

Er konnte also eigentlich zufrieden sein. Wenn da nicht die unfachmännisch gesicherte Abwurfzone beim Gewichtwurf gewesen wäre. Lebensgefährlich. "Der Maschendraht war zu stramm gespannt. Ich habe einen Wurf verhauen. Wie bei einem Trampolin sprang das Gewicht aus den Maschen vor meinen Oberschenkel. Zehn Zentimeter höher, und ich wäre tot gewesen!", erzählt der frühere Kraftsportler.

Der Schrecken ist ihm dabei noch anzumerken. Immerhin: 17,10 Meter bedeuteten gegen 18 Konkurrenten nach zwei ungültigen Versuchen auch hier den Sieg.

Sturm und Schnee

Obwohl eine Hallen-Meisterschaft ausgeschrieben war, fand der Diskus-Wettbewerb im Freien statt. Regen und Sturm sorgten für eine Verlegung um einen Tag. Liedtke: "Nur der genaue Termin wurde uns nicht genannt." So schaute er am nächsten Tag um 9.15 Uhr in Straßenkleidung bei der Wettkampfleitung vorbei - nicht ahnend, dass es schon eine Viertelstunde später losgehen sollte.

"Mit einer Ausnahmegenehmigung durfte ich in meinen Straßenklamotten mitmachen", erzählt Liedtke weiter. Er kam auf 42,43 Meter. Dann schneite es. Es waren keine Weitenlinien mehr zu sehen - und es wurde zu gefährlich. Der Wettbewerb wurde abgebrochen, eine Pause wurde eingelegt. Danach, im vierten Versuch, hatte der 105-kg-Mann aus Lünen unter 19 Startern mit 51,96 Metern den nächsten Sieg in der Tasche.

Hochsprung hatte Liedtke ewig nicht trainiert. In Portugal übte er ein wenig, übersprang 1,49 Meter - und in Frankreich eigentlich nur aus Spaß mit. "Als die Latte auf 1,45 Meter lag, waren von den zwölf Startern nur noch zwei Mann übrig. Mein Gegner war auch ein Deutscher. Wir übersprangen 1,51 Meter", erzählt er. Dann hatte er einen ungültigen Versuch, sein Konkurrent sprang über die Latte. Liedtke: "Ich machte Schluss, war mit Platz zwei zufrieden und gratulierte ihm zum Titel."

Sein schwerer Sturz

Was für ein Ende eines großen Wettkampfes nach einem wechselvollen Jahr 2007. Im Oberadener Stadion am Römerberg verunglückte er schwer, fiel im Wurfring mit dem Ellenbogen auf den Metallkranz, schlug sich ein vier Quadratzentimeter großes Stück Knochen aus dem Gelenk und riss sich den Trizeps ab. Erst im Juli, August fing er wieder an. In Frankreich zeigte sich: Es hat sich gelohnt.



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