Fußball: LSV will beim Neubau der Kabinen auf die Kostenbremse treten
LÜNEN In der altehrwürdigen städtischen Kampfbahn Schwansbell soll sich möglichst schnell etwas bewegen. Nämlich die Handwerker, die nicht nur einen neuen Umkleidetrakt errichten sollen. Drei Projekte, Umkleidekabinen, Toilettenanlage und Hausmeisterwohnung, will der Lüner SV dort in Angriff nehmen. Noch wird geplant. In diesen Fällen fehlt jedoch noch die Zustimmung des Stadtrates und der anderen Beteiligten.
Das ist der Traum eines jeden Fußballers - vor einem vollen Haus zu spielen. Zuletzt war die Tribüne der Kampfbahn Schwansbell so gut besetzt, als der Lüner SV den BV Brambauer empfing. Jetzt wird Lünens größtes Stadion renoviert. (Foto: Günther Goldstein)
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Mehrfache Einbrüche, Brandstiftung, Vandalismus waren insbesondere seit Leerstand der Hausmeisterwohnung die Folge. Im vereinseigenen Klubheim des Lüner SV in der Tribüne muss die Geschäftstelle im wahrsten Sinne des Wortes wieder aufgemöbelt werden.
Räume müssen entkernt werden
Die Räume müssen nach einer Brandstiftung entkernt werden. Damit es dort nicht mehr nach Brand riecht, muss selbst der Putz von den Wänden. Rechner, Schränke, Tische, Stühle, Drucker, sämtliches Büromaterial sind zerstört, müssen neu angeschafft werden.
Da für das Mobiliar keine Versicherung abgeschlossen wurde, erhält der Verein insoweit keine Versicherungsentschädigung. Der Schlüssel zum Neuaufbau sind Eigenleistungen und möglicherweise Hilfe von Dritten. Heiß diskutiert wurde schon die Baumaßnahme Nummer drei, eine neue Wohnung für den Platzwart. Im und am alten Hausmeistergebäude war ebenfalls gezündelt worden.
Ein Platzwart, möglichst noch mit Wachhund, der ständig auf der Anlage ist, ist das beste Rezept gegen Vandalismus. Doch hier wird der Lüner SV mit Eigenleistung und eigenem Geld als Restfinanzierung womöglich zwischen 60.000 und 90.000 Euro selbst angreifen müssen.
Neue Umkleidekabinen und Duschen
Dabei dürfte er einen Vorteil haben. Die Unterstützung durch die Versicherung nach einem Brand ist bei einem Neubau meist kräftiger, als wenn keine Finger gerührt werden. Von der Stadt dürfte es hier auch im Sinne der Gleichbehandlung aller Vereine keinen Euro geben. Noch unbekannt ist die Höhe der Summe, mit der die Versicherung tatsächlich einspringen wird.
Offen ist auch weiterhin, welchen Kostenrahmen die Stadt für die Ertüchtigung ihrer städtischen Anlage Schwansbell insgesamt einplant.
Gebaut werden sollen auf jeden Fall neue Umkleidekabinen einschließlich Duschen für die Spieler und die Schiedsrichter. Aus Sicherheitsgründen soll der Bau nicht an alter Stelle, sondern hinter dem Tor am Haupteingang entstehen. Ungefähr dort, wo vor fast 20 Jahren zuerst die Geschäftsstelle geplant war. Ein positiver Nebeneffekt wäre aus finanzieller Sicht der Verzicht auf eine kostenträchtige Aufstellung von Ersatzcontainern während der Bauphase.
Abriss der alten Flachdachgebäude
Eine weitere Kostensenkung kann darin gesehen werden, dass auf den Neubau einer neuen Toilettenanlage für die Besucher verzichtet wird. Der Verein könnte anbieten, die vorhandene Toilettenanlage in seinem Klubhaus unterhalb der Tribüne umzubauen bzw. für den Alltagsbetrieb mit wenigen Spitzenwerten entsprechend zu erweitern. Im Falle von Großveranstaltungen (z. B. eine Diskoveranstaltung mit mehreren tausend Besuchern) könnten mobile Toiletten zusätzlich aufgestellt werden.
Fakt ist, haben Politik, Verwaltung und der Lüner SV die Planungen abgeschlossen, werden die alten Flachdachgebäude mit Kabinen, Duschen, Toilettenanlage und Hausmeisterbereich dem Abrissbagger zum Opfer fallen.
Und der Lüner SV wäre nicht der Lüner SV, hätte er auf die dann frei werdende Fläche nicht auch schon ein Auge geworfen: Die wäre doch ideal für ein Kleinspielfeld. Entstehen könnte zwar kein neues Sportzentrum, aber ein generalüberholtes, mit weiter nostalgischer Tribüne, dem nur noch zum letzten Glanz ein Flutlicht am davor liegenden Naturrasenplatz fehlt.

















