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Medienhaus Lensing
01.02.2012 06:46 Uhr
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Polizei ermittelt: Spanner ist seit Monaten im Stadtbad-Mitte aktiv

MÜNSTER Die münstersche Polizei ist auf Spanner-Jagd: Seit Dienstag sucht sie einen Mann, der in der Vergangenheit im Stadtbad-Mitte immer wieder Frauen in den Umkleiden des Hallenbades beobachtet haben soll. Ob er für seinen erniedrigenden Voyeurismus bestraft werden kann, ist fraglich.Von Stefan Bergmann

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Ein Spanner ist seit Monaten in den Umkleiden des Hallenbads Mitte unterwegs. (Foto: Stadt Münster)

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Dazu lugte er über die Wände der Kabinen und sah den Frauen beim Umziehen zu. „Mehrere Frauen hatten sich schon beim Schwimmmeister darüber beschwert“, sagte am Dienstag Evelin Kösters von der Polizei-Pressestelle. Doch der Mann blieb ein Phantom. Bis vergangenen Samstag.

Wieder trieb der Mann sein Unwesen im Bad, doch dieses Mal war auch eines seiner früheren Opfer da. Eine 62-jährige Frau berichtete den Schwimmmeistern, dass sie den Mann wiedererkannt habe, der sie im November beim Umziehen beobachtet habe.

Ausrede: Schlüssel heruntergefallen

Die Schwimmmeister schritten zur Tat, stellten den Mann zur Rede. Doch der reagierte laut Polizei „aggressiv“, ihm sei „ein Schlüssel heruntergefallen“, sagte er zu seiner Entschuldigung.

Warum er dann aber über die Trennwände schaute und nicht darunter her, konnte er nicht erklären. Dann verließ er das Bad. Festhalten durften ihn die Schwimmmeister nicht, denn sie hatten ihn nicht auf frischer Tat erwischt.

Täter hat "gepflegtes Aussehen"

Aber wenigstens hat die Polizei nun eine Personenbeschreibung und fahndet nach dem Täter. Er soll etwa 50 Jahre alt sein, habe ein „gepflegtes Aussehen“ und weiße Haare, sei groß und schlank.

Über die Art der Fahndung wollte die Polizei keine Angaben machen.

Tat vielleicht nicht strafbar

Falls der Täter gefasst werden sollte, droht ihm eventuell noch nicht einmal eine Strafe. Denn die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen“ ist zwar mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr belegt. Doch Fotos oder Filme hat der Mann nicht gemacht.

Der „Beleidigung“-Paragraph 185 könnte dagegen gelten. Doch ob ein Gericht das Spannen als Beleidigung werte, ist laut Heribert Beck, Sprecher der Staatsanwaltschaft, „eine spannende Frage“.

Seltenes Delikt

In der Stadtverwaltung beobachtet man die voyeuristischen Zwischenfälle mit Sorge. „Solche Fälle kommen leider immer wieder einmal vor, aber nicht häufig“, sagt Winfried Reher, im Sportamt für die Bäder zuständig. Wenn die Schwimmmeister dies mitbekommen, schalten sie die Polizei ein, so wie Samstag im Stadtbad-Mitte.

Spannen, das gebe es auch in anderen Bädern, und nicht nur in städtischen, so Reher. Er wartet jetzt auf einen Bericht aus dem Stadtbad-Mitte. Dass es sich um ein eher seltenes Delikt handelt, bestätigte am Dienstag die Staatsanwaltschaft. „Ich kenne derzeit nur zwei Fälle“, sagte Sprecher Heribert Beck.

Keine Kameras in der Umkleide

Zurzeit ermittele seine Behörde gegen den Mann, der im vergangenen Jahr im Sendener Bad Menschen mit einer Kamera filmte, die er in einer Tasche versteckt hatte. Und nun den münsterschen Fall vom Samstag.

Erst einmal muss die Polizei den Täter schnappen. Nach eigener Aussage wird sie dafür keine Videokameras im Umkleidebereich installieren... 


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