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Medienhaus Lensing
16.09.2011 20:06 Uhr
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Kanalumleitung wird zugeschüttet: Stadt will keinen neuen Badesee an der "KÜ"

MÜNSTER Die Stadt Münster wird keinen neuen Badesee bekommen. Nach der Erweiterung der Kanalüberführung in Münster-Gelmer soll die Ausweichstrecke für die Kanalschiffe wieder zugeschüttet werden, um den Denkmal-Charakter der Anlage nicht zu zerstören.Von Stefan Bergmann

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Die uralte Kanalüberführung über die Ems (unten) und die aktuelle Überführung (oben). Die Stadt hat sich entschieden, nach dem Ausbau der aktuellen Überführung den Zustand der denkmalgeschützen Anlage genauso wieder herzustellen wie auf diesem Foto. Neue Wasserflächen lehnt sie ab. (Foto: Wasserstraßen-Neubauamt Datteln)

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Diesen Wunsch wird die Stadt Münster voraussichtlich dem Wasserstraßen-Neubauamt in Datteln in den nächsten Wochen übermitteln.

Das Angebot an die Münsteraner war verlockend: Damit auch während der Erweiterungsarbeiten an der aktuellen Kanalbrücke über die Ems Schiffe fahren können, baut das Dattelener Amt eine Umleitungsstrecke. Sie entspringt an der Gittruper Brücke, berührt in einem großen Bogen die jetzige Alte Fahrt, führt über eine provisorische Brücke über die Ems und mündet dann an der Fuestruper Brücke wieder in den Kanal.

Stadt will keine Seenlandschaft

Der Projektleiter, Dietmar Cholodewicz, hatte der Stadt angeboten, diese neue Wasserfläche nach Abschluss der Arbeiten dauerhaft zu erhalten, und sie nicht wieder zuzuschütten, wie es die aktuellen Planungen derzeit vorsehen. Sie hätte die Freizeitmöglichkeiten am „KÜ“ beträchtlich erhöht, die Badenden hätten mehr Platz, die derzeitige „Alte Fahrt“ würde entlastet.

Die Stadt dagegen fürchtet um den Denkmalschutz. „Die alte Brücke über die Ems ist nur verständlich, wenn man den langen Wasserlauf davor sieht“, sagt Stadtdenkmalpflegerin Marlies Voss. Im Umkehrschluss: Bliebe die Ausweichstrecke als Wasserfläche erhalten, würde sich vor der alten Kanalbrücke eine Seenlandschaft erstrecken. Der ursprüngliche Verlauf des alten, engen Dortmund-Ems-Kanals wäre kaum mehr sichtbar. Voss: „Dann versteht doch niemand, dass die Brücke über die Ems einmal eine Wasserbrücke war.“

Gelmeraner wollen soziale Kontrolle behalten

Doch auch, wenn die Entscheidung der Stadt nahezu feststeht: Der Weg dorthin war lang. Denn mehrere Ämter und auch die Einwohner des benachbarten Gelmer vertraten bisher andere Ansichten. Die einen wollten soviele einzelne Wasserflächen wie möglich erhalten, die anderen wollten die Alte Fahrt mit der neuen Ausweichstrecke verbinden.
Den Gelmeranern schließlich ist es wichtig, die soziale Kontrolle am KÜ zu erhöhen, um dort gewissen Freiluftaktivitäten sexueller Natur einen Riegel vorzuschieben. Immer wieder würden dort Kinder und Jugendliche angesprochen, hieß es in einer der Bürgerversammlungen. Der Polizei ist dies nicht bekannt. „Der KÜ ist uns bisher in dieser Hinsicht noch nicht aufgefallen“.

Kanal-Planer hofft auf eindeutige Aussage

Das Wasserstraßen-Neubauamt, das gerne die Ausweichstrecke dauerhaft als Wasserfläche erhalten würde, gab sich jetzt ernüchtert, will aber die offizielle Mitteilung der Stadt abwarten und vorher nicht zu der Thematik Stellung beziehen.

Eigentlich sollte die Nachricht der Stadt schon im Sommer in Datteln liegen. Jetzt hofft Cholodewicz, der Kanal-Planer, wenigstens bis Ende des Jahres eine eindeutige Aussage zu bekommen, um die Planung fortführen zu können.

Die Vergrößerung der Kanalüberführung kostet rund 40 Millionen Euro und soll im Jahr 2017 abgeschlossen sein. Die Schiffe fahren künftig durch zwei Tröge über die Ems, jeder ist 27 Meter breit und 61 Meter lang. Um während der Bauarbeiten den Schiffsverkehr nicht zu behindern, werden die Schiffe umgeleitet. 


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