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Medienhaus Lensing
02.02.2012 21:35 Uhr
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Umbenennung kostet 10.000 Euro: Städtische Bühnen heißen bald "Theater Münster"

MÜNSTER Die Städtischen Bühnen heißen ab September "Theater Münster". Der Kulturausschuss billigte am Donnerstagabend einstimmig den Vorschlag des zukünftigen Theaterintendanten Dr. Ulrich Peters. Begeistert zeigte sich jedoch niemand im Ausschuss von dem neuen Namen. Ein Mitglied übte sogar heftige Kritik.Von Manuel Jennen

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Im Planungsausschuss wird am Donnerstagabend beraten, ob das Stadttheater einen neuen Namen bekommen soll. (Foto: Archiv)

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Peters, der am Donnerstag nicht in Münster war, hatte geschrieben, „Städtische Bühnen“ klinge nach „städtischer Müllabfuhr“. Der trockene, bürokratische Name schrecke junge Besucher ab.

Die Ausschussmitglieder stimmten dieser Argumentation prinzipiell zu, Begeisterung für den neuen Namen äußerte aber niemand. Mehrfach wurde gesagt, wenn der neue Intendant einen neuen Namen wünsche, müsse man ihm das als „Vertrauensvorschuss“ gewähren. Letztlich komme es aber auf den Inhalt und nicht auf den Namen an.

Kritik: neuer Name ist blass und nichtssagend

Deutliche Kritik äußerte nur Renate Weidenfeller, sachkundige Bürgerin für die SPD. Sie bezeichnete den Namen „Theater Münster“ als „ausgesprochen blass und nichtssagend“. Auch „die Unterstellung, dass der Begriff ,städtisch‘ automatisch für ,spießig‘ steht“, wollte sie nicht gelten lassen.

„Und ich vermisse den Plural von ,Städtische Bühnen‘, schließlich hat das Theater doch mehrere Sparten, das sollte man nicht unterschlagen“, sagte Weidenfeller.

Kampfbegriff fällt weg

Ähnlich hatte am Morgen auch der amtierende Intendant Wolfgang Quetes im Gespräch mit unserer Redaktion argumentiert.

Er findet die Umbenennung in „Theater Münster“ zwar in Ordnung, erinnerte aber daran, dass er mit dem Mehrzahl-Begriff „Städtische Bühnen“ immer in den Kampf gezogen sei – wenn etwa bei einer Spardebatte die Schließung der Tanzsparte drohte.

Modernisierung des Logos möglich

Zum Nulltarif gibt es die Namensänderung nicht. Theater-Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann veranschlagt 10.000 Euro für das Umspritzen der Theaterfahrzeuge und andere Änderungen im öffentlichen Auftritt.

Die Bühnen müssen diese Summe aus ihrem Etat für 2012/13 nehmen. Feldmann deutete gestern auf Anfrage an, dass Ulrich Peters auch das Logo des Theaters modernisieren wolle, was noch mehr kosten werde.

Internetadresse blockiert

Ungeklärt ist noch, ob das „Theater Münster“ im Internet die Adresse „www.theatermuenster.de“ nutzen darf.

Denn die gehört dem Theater im Pumpenhaus. Dessen Leiter Ludger Schnieder zeigte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht bereit, sie preiszugeben. „Dazu kann ihn auch keiner zwingen“, sagte Rita Feldmann.

Ursprungsmeldung 11.08 Uhr: 

In letzter Minute hatte die Verwaltung noch die Änderungsvorlage verschickt. Münsters zukünftiger Intendant Dr. Ulrich Peters erläutert in dem Papier seine Gründe für die Umbenennung.

Er sieht in den Namen „Städtische Bühnen“ oder „Stadttheater“ ein Image-Problem besonders bei jüngeren Besuchern, weil sie „allzu sehr nach trockener Kommunalverwaltung und städtischer Müllabfuhr, nicht aber nach intellektueller Herausforderung oder spannend/unterhaltsamen Inhalten“ klängen.

Neuer Name soll im September kommen

Peters nennt die Theater von Osnabrück, Bielefeld, Dortmund, Regensburg und Augsburg als Beispiele ähnlicher Umbenennungen, die das Image „oftmals beträchtlich verbessert“ hätten.

Anfallende Kosten für die Umbenennung müssen die Bühnen laut Vorlage aus ihrem Etat 2012/13 finanzieren. Der neue Name soll mit der neuen Spielzeit im September 2012 in Kraft treten.

Gleichzeitig gibt es dann auch ein neues „Last-Minute-Ticket“: Jeweils 50 nicht verkaufte Karten fürs Große Haus und 20 fürs Kleine Haus werden 15 Minuten vor der Vorstellung zum halben Preis an der Abendkasse angeboten.


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