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Medienhaus Lensing
05.02.2012 17:20 Uhr
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Tausende Jecken kamen: Erster Karnevalszug Münsters zieht durch Sprakel

SPRAKEL Startschuss für die heiße Phase der Karnevalssession 2011/12: Der erste Karnevalszug der Stadt schlängelte sich am Sonntagnachmittag ab 14.11 Uhr durch Münsters nördlichsten Stadtteil. Tausende Jecken trotzten den eisigen Temperaturen.Von Andreas Jankowiak

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Insgesamt 46 Wagen und Fußgruppen machten sich am Sonntag auf den Weg durchs Dorf. (Foto: Andreas Jankowiak)

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Bei strahlend blauem Himmel kamen Tausende nach Sprakel, um Prinz Frank I. (Heitmann) und 46 Wagen- und Fußgruppen vom Straßenrand zu bejubeln.

Für die Karnevalsinteressengemeinschaft (KIG) Sprakel war es der Abschluss eines Wochendes voller Feierlichkeiten zu "50 Jahre Karneval in Sprakel".

Fotostrecke Karnevalszug durch Sprakel



Nicht nur bei Frank I. hatte die Stimme ein wenig gelitten. Doch das störte den Jubiläumsprinz allerdings wenig beim traditionell ersten Karnevalsumzug im Münsterland. Der närrische Regent hatte beim 50. Straßenkarneval seinen Spaß hoch oben auf dem Prinzenwagen, wo er mit Stadtlore Kerstin Harden den Menschen am Straßenrand zujubelte. Für Harden war es ein Heimspiel, sie ist ein Eigengewächs der Karnevalsinteressengemeinschaft (KIG) Sprakel-Sandrup-Coerde.

Der KIG besonders verbunden fühlt sich auch der Präsident der Stadtwache Münster, Winfried Rensinghoff. Er kommandierte seine Leute ab, um auf Prinz Frank I. aufzupassen. Rensinghoff war schließlich 1997 selbst Prinz in Sprakel.

Warme Kostüme

Es dürften rund 7000 Besucher nach Sprakel gekommen sein, um mit der KIG Sprakel-Sandrup-Coerde ihr 50-jähriges Jubiläum zu feiern. Das Thermometer zeigte drei Grad unter Null an. Die Kälte schreckte die Menschen allerdings nicht ab. Dagegen gab es schließlich warme Kostüme oder heiße Getränke. Manch ein Besucher verzichte jedoch auch nicht ganz auf sein Kaltgetränk.

Oberbürgermeister Markus Lewe hatte den Sprakeler Narren am Vortag noch mit auf den Weg gegeben, dass der Vorteil der Westfalen gegenüber den Rheinländern darin liege, dass man näher an der Arktis lebe und daher mit Kälte besser umgehen könne.

Familienfreundlich

Der Umzug in Sprakel ist ein familienfreundlicher, weil er auf der Runde von der Nienberger Straße über die Sprakeler Straße bis zum Festplatz Im Draum genügend Platz zum Zuschauen bietet. „Es ist doch für die Kinder hier schöner als beim Umzug in Münster“, sagte ein Vater, der sich mit seiner Familie von Coerde aus auf den Weg nach Sprakel gemacht hatte.

Den ersten Wagen stellten die „Gründerkinder“. Der Gruppenname kommt nicht von ungefähr, sind es doch die Nachkommen der ersten Sprakeler Wagenbauer. Die brachten 1962 gestohlene Würstchen aus dem Laden des Metzgers Ernst Meyer auf die Idee, das Thema für einen Karnevalswagen zu verwenden. Der Schriftzug „Die Würste sind wieder da“ stand somit heute wie auch damals auf dem Wagen.

Griechenland-Krise

Andere Themen waren unter anderem die Griechenland-Krise und Tierisches aus Hühnerstall, Dschungel und Zirkus. So waren einige Zugbegleiter als Orang-Utans oder Elefanten verkleidet. Die „Rödelbrüder“ widmeten Pfarrer Ulrich Messing ein Gefährt. Ihr Motto lautet: „Auf die Kanzel fertig los.“

Zum Abschluss wurde im Festzelt weitergefeiert. Für die Stimmbänder der Narren dürfte der Montag Ruhetag sein.


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