Wettfieber in Nordkirchen: Graf Esterhazy setzte den gesamten Schlossbesitz
NORDKIRCHEN Wettfieber hat in Nordkirchen eine Tradition. Schlossherr Graf Esterhazy hatte in sein Pferd Stronzian so viel Vertrauen, dass er 1884 beim Deutschen Derby in Hamburg den ganzen Schlossbesitz auf einen Sieg Stronzians setzte und gewann.
Graf Nikolaus Esterhazy setzte seinen Nordkirchener Besitz auf Sieg seines Pferdes Stronzian beim Deutschen Derby in Hamburg im Jahr 1884. Dieses Gemälde hängt heute in der Oranienburg, im Zimmer des Direktors der Fachhochschule für Finanzen Franz-Josef Flacke. (Foto Münch)
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Pferderennen im Schlosspark
Wettfieber herrschte in der Schlossgemeinde aber nicht nur rund um dieses „Wunderpferd“. Denn Pferderennen wurden früher auch direkt in Nordkirchen durchgeführt - auf der Rennwiese im Schlosspark. Eines dieser Galopprennen fand im Rahmen der berühmten Prinz Heinrich-Fahrt statt.
Fotostrecke Wettfieber in Nordkirchen
Am 6. Juli 1911 war Schloss Nordkirchen Etappenziel der von Prinz Heinrich organisierten Rallye der Automobilclubs von England und Deutschlands. Als prominentester Fahrer am Steuer seines grünen Benz beteiligte sich Prinz Heinrich von Preußen selbst daran. Er war der ältere Bruder des damaligen deutschen Kaisers Wilhelm II.Im Jahresgeschichtsheft 2003 des Nordkirchener Heimatvereins veröffentlichte Bernhard Rips einen Aufsatz über die Prinz Heinrich-Fahrt. Darin schrieb er über das Pferderennen am 6. Juli 1911: „Ein Problem entstand bei der Unterbringung der zahlreichen Pferde und Kutschen.
Zum Programm des Nachmittags war nämlich ein großes Pferderennen angesetzt. Die Ausschreibung und Anmeldung lautete auf Pferde aus Nordkirchen bzw. aus dem Kreis Lüdinghausen, je nach Wettbewerb. Die Zu- und Abfahrten sowie die Abstellmöglichkeiten waren gut ausgewiesen. Lediglich das Sammeln und Vorführen bereitete den wenig an die besonderen Wettkampfbedingungen gewöhnten Pferden einige Schwierigkeiten.
Ehre und Geld
Schließlich handelte es sich um Ackerpferde, meistens aus bäuerlichen Betrieben, die Tag für Tag auf den Feldern ihre schwere Arbeit verrichten mussten. Die Pferderennen auf der geschmückten Rennbahn fanden größtes Interesse bei der überwiegend ländlichen Bevölkerung. Es waren neun Rennen mit je zehn Pferden und Reitern, die um die Ehre, aber auch um das Geld ritten. Die Rennkommission unter der Leitung von Herrn Piekenbrock hatte alle Hände voll zu tun.“





























