Ziele fürs Bürgermeisteramt: Josef Himmelmann und Karl-Heinz Lueg im Interview
OLFEN Bürgermeister Josef Himmelmann (CDU) und Karl-Heinz Lueg (SPD) bewerben sich wie vor fünf Jahren um das Bürgermeisteramt in der Steverstadt. 2004 erreichte Josef Himmelmann 73,6% und Karl-Heinz- Lueg 26,4%. Theo Wolters sprach mit den beiden Kandidaten über ihre Vorstellungen zu verschiedenen Themen.
Karl-Heinz Lueg, Bürgermeisterkandidat der SPD. (Foto: RN-Archiv)
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Himmelmann: Mit den Olfener Bürgern kann man viel bewegen. Gemeinsam mit dem Rat sind viele Investitionen in Familienfreundlichkeit, Umwelt, Naherholung und Bildung auf den Weg gebracht. Auf der Grundlage solider Finanzen gibt es noch viel zu tun. Es macht einfach Freude, maßgeblich hier mitzuwirken.
Lueg: Als Bürgermeister ein Ansprechpartner für die gesamte Bevölkerung zu sein und immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger.
Olfen ist nun schuldenfrei. Wie soll die Finanzpolitik in den kommenden Jahren aussehen?
Himmelmann: So solide wie bisher: Ich werde mich gegen jeden Versuch wehren, mehr Geld auszugeben, als wir haben. Wir müssen jede Investition prüfen, ob sie langfristig Sinn macht. Und wenn Luft ist, dann müssen die Steuern runter. Wo sollte das möglich sein, wenn nicht in Olfen.
Lueg: Die in den letzten Jahren begonnene Finanzlinie sparsamer Haushaltsführung fortsetzen, mit dem Geld der Bürger sorgsam umgehen, nicht auf jeden Zug der Förderungen aufspringen, keine unnötigen Ausgaben bzw. Belastungen der Bürger.
Himmelmann: Familie, altersgerechte Stadt, Umwelt und Bildung schaffen Zukunft. Diese Linie sollten wir beibehalten. Mit der Selbstverpflichtung zur Sparsamkeit, die CDU und FDP im Rat durchgesetzt haben, liegt eine gute Leitlinie vor.
Lueg: Die begonnen Maßnahmen zur Energieeinsparung fortsetzen und die regenerativen Energien ausnutzen. Auch ein möglicher Ausbau der kommunalen Daseinsvorsorge ist weiter zu prüfen.
Die B 474n wird in Datteln und auch Waltrop bald gebaut. Wie soll in Olfen auf den möglichen Verkehr reagiert werden?
Himmelmann: Ich bin froh, dass jetzt alle begriffen haben, es kommt mehr Verkehr auf Olfen zu. Und eine schnell Anbindung ans Ruhrgebiet freut die zahlreichen Olfener, die täglich ins Ruhrgebiet zur Arbeit fahren. Wenn der Verkehr in Olfen ankommt, darf er auf keinen Fall durch den Ort direkt an den Menschen vorbei geführt werden. Das bringt Gefahren, Lärm etc., gerade durch den LKW Verkehr. Er muss so weit wie möglich um den Ort herumgeführt werden. Hier muss nach dem besten Wege gesucht werden. Für die Umgehungsstraße haben wir jetzt erstmals nach 40 Jahren das Recht, eine Straße zu bauen und die Wohngebiete enorm zu entlasten.
Lueg: Ob die B 474n aus Richtung Datteln zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen für den Stadtbereich von Olfen führen wird ist fraglich. Über die Südumgehung ist bereits jetzt eine Anbindung der B 474 in Richtung Dülmen gegeben.
Himmelmann: Ein guter Anfang ist gemacht: Die Besucher kommen gerne und erzählen positiv über Olfen. Wir werden weitere Schritte machen und z.B. neue Wege wie den hinter dem Friedhof bauen, Aussichtspunkte einrichten und mit dem Naturbad einen festen Anlaufpunkt schaffen.
Lueg: Der weitere Ausbau der Steverauen sollte unter Berücksichtigung der Natur langsam fortgesetzt werden. Auf die Steverauen muss beispielsweise in überörtlichen Touristikverzeichnissen, dem Internet hingewiesen werden. Die Ausweisung von Mobilheimstellplätzen wird die Steverauen ebenfalls attraktiver machen.
Die Schulen sind ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Wie könnten die Arbeitsbedingungen in den Schulen noch weiter verbessert werden?
Himmelmann: Ein wichtiger Schritt ist mit den in diesen Sommerferien verbesserten Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler gemacht. Ich habe klar gesagt, dass Olfen allerbeste Bildungsbedingungen bietet. Das kann zum Beispiel heißen, dass wir helfen, dass jedem Schüler ein Notebook zur Verfügung steht. Wenn die Schule es für sinnvoll hält, wird es an uns nicht scheitern.
Lueg: Die Rahmenbedingungen vor Ort sind gut – wir freuen uns über die positiven Rückmeldungen zur Grund- und Gesamtschule durch unabhängige Tests, Lernstandserhebungen usw.. Jedoch dürfen wir uns hier nicht ausruhen und müssen – in Zusammenarbeit mit dem Land, welches die eigentliche Verantwortung hier trägt – schauen, inwiefern beispielsweise neue Medien, die für Jugendliche quasi selbstverständlich gewordene Nutzung des Computers auch im Schulbereich eingesetzt werden können, ohne die Kinder zu benachteiligen, deren familiärer Hintergrund notwendige finanzielle Verpflichtungen erschweren.
Es ist schon viel für die Familien in Olfen getan worden. Welche Ideen haben Sie für eine weitere Angebotsverbesserung für Familien?
Himmelmann: Viele Olfener Einrichtungen strengen sich sehr an, der Nachfrage gerecht zu werden. Pillefuß ist ein Musterbeispiel für ein gutes Angebot. Wo finden Familien ein verlässliches Betreuungsangebot von 7 bis 19 Uhr und sogar samstags? Aber wie ist es mit den Eltern, die nicht aus Olfen kommen aber hier arbeiten? Hier wollen wir versuchen, gemeinsam mit den Unternehmern ebenfalls ein gutes Angebot zu machen. Im Gespräch mit den Eltern werden hier noch viele neue Gedanken umgesetzt werden. Sorge macht uns die eingeschränkte Mobilität der alten Bürger. Hier gibt es viele Ideen, die wir schnell umsetzen können.
Lueg: Ausbau der Kindergartenplätze für Kinder unter zwei bis drei Jahren. Familienpolitische Maßnahmen in einer Hand.
Lueg: Die weitere Ausweisung von Baugebieten muss dem rückläufigen Bedarf angepasst werden. In vielen Baugebieten sind noch baureife Grundstücke vorhanden.
Wie möchten Sie weitere Gewerbeansiedlungen in Olfen ermöglichen?
Himmelmann: Indem wir weiterhin optimal auf die Wünsche der Firmen eingehen. Das heißt, wir müssen schnell gute Flächen bereitstellen können und bei der Abwicklung behilflich sein. Der Erfolg zeigt sich an der Zahl der Arbeitsplätze: Seit 1995 ist sie in Olfen um 38 Prozent gewachsen, in NRW gesunken. Einen ganz wichtigen zusätzlichen positiven Impuls bringt der newPark vor unserer Haustür in Datteln.
Lueg: Die Angebote für Gewerbebetriebe sind in der begonnen Art weiter zu führen und über eine Senkung der Gewerbesteuer muss nachgedacht werden.
Wie soll Olfen in einigen Jahren aussehen?
Himmelmann: Eine lebendige Kleinstadt im Münsterland. Modern, aber auch etwas ruhiger, sicher und verlässlich. Eben ein Ort zum rundum Wohlfühlen. Wenn die Olfener sagen, hier lebe ich gerne, freue ich mich. Dann haben wir gut gearbeitet.
Lueg: Olfen sollte langsamer wachsen und bei allen Aktivitäten ist an die Bedürfnisse der Bevölkerung zu denken. Durch den Erwerb und Umbau des Leohauses wird ein Anlaufpunkt für viele Vereine geschaffen. Der öffentliche Personennahverkehr soll eine echte Alternative zum Auto darstellen und Schnellbusanbindungen ermöglichen es sowohl nach Münster als auch in das Ruhrgebiet zu gelangen.



















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[Foto: Dieter Menne, RN
Datum: 09.08.2011] Mobiler Reporter Nico Drimecker / Verlag /
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Datum: 09.08.2011]](/storage/scl/mdhl/artikelbilder/lokales/rn/lulo/luenen/2642501_t1m3w90h60q75v52646_Reporter_Nico_589.jpg)









