Handwerkerin Böckenhoff: Aus Brenntonnen mach Kunst
ERLE Aus alten, rostigen Brenntonnen holt Ann-Katrin Böckenhoff noch richtig was raus: Sie schneidet Figuren und Formen in die Tonnen und macht sie so zum Kunstwerk. Im Dunkeln dann entfalten die Feuertonnen ihre wahre Ästhetik.
Mit Sturmhaube, Schutzhelm und Plasmaschneider ausgerüstet gleicht Ann-Katrin Böckenhoff einer modernen Brünnhilde. Helm, Haube und Lederhandschuhe schützen sie vor den umher sprühenden Funken. (Foto: Taube)
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Blick für das Besondere
Alles begann mit einer alten rostigen Feuer-Tonne – und natürlich mit Talent, einem Blick für das Besondere und gehörigem handwerklichen Geschick. Der Weg von der ersten Idee bis zu einem stählernen Prototyp war daher kurz – auch, weil auf dem Gut ihres Bruders, Bernhard Böckenhoff, an Werkstätten und passendem Werkzeug natürlich kein Mangel herrscht. Denken und Handwerkern kann hier vor Ort quasi im Parallel-Schritt geschehen. Und so wurde eine hauseigene Halle schnell zum privaten Kreativlabor.
Feuertonnen statt Schnaps
Hier steht sie nun Stund um Stund und brennt – nicht, wie es Tradition auf Gut Böckenhoff ist, Hochprozentiges aus Schrot und Korn – sondern vorerst einmal Feuertonnen im High-Quality-Format.
Mit Sturmhaube und Schutzhelm bewehrt und den Plasmaschneider fest im schützenden Lederstulpenhandschuh schaut sie aus wie eine moderne Brünnhilde. Bereit, sich in der vermeintlichen Männerdomäne von Stahl und Eisen kühn zu behaupten.
Aufregende Seite der banalste Dinge
Ann-Katrin Böckenhoff hat diese künstlerische Energie in sich, die sie in den banalsten Dingen noch eine aufregende Seite entdecken lässt, um sodann dieser geheimen Erkenntnis einen für alle sichtbaren neuen Ausdruck zu verleihen. Unter ihren gestaltenden Händen werden tumbe Tonnen zu filigranen Fabelwesen und rostiges Eisen entfaltet zauberhaftes Rankwerk.
Schauspiel im Dunkeln
In der Dunkelheit wird die Transformation der Brenn-Tonnen dann vollkommen: Sobald das Feuer lodert, entfaltet jedes Objekt aus Böckenhoffscher Hand ein unvergleichliches Schauspiel. Wie angefeuert von der Leuchtkraft der Flammen beginnen die Symbole, Figuren und Tiere einen archaischen Tanz, der jeden Betrachter augenblicklich in seinen Bann schlägt.
Künftig wird man Varianten der Eisen-Körper aber auch als nicht entflammbare Lichtobjekte mit ins eigene Wohnzimmer nehmen können. Neue Ideen und transluzente Folien machen es möglich. Indoor-Spektakel der besonderen Art.
Leichtfüßige Phantasie
Wir dürfen also weitere Lichtobjekte aus Ann-Katrin Böckenhoffs Werkstatt erwarten. Ihre Phantasie ist, bei aller Schwere des Materials, mit dem sie täglich umgeht, geradezu leichtfüßig und der Fluss ihrer Einfälle nicht zu dämmen.
Nachahmer braucht sie nicht zu fürchten, denn was sie ihren Objekten entlockt, ist längst mehr als Kunst-Handwerk. Hier formiert sich Schönheit in dem Anspruch an Qualität, dem Vermögen zu gestalten, und der Gabe der Intuition – eine unschlagbare Mischung













