300 Musicalfreunde in der Stadthalle: Ausflug ins Wunderland
RHEINE Ein sprechendes weißes Kaninchen, spöttelnde Blumen, eine sympathische grüne Raupe, ein verrückter Hutmacher, eine leicht verwirrte Herzkönigin und eine grinsende Katze trieben ihr Unwesen in einer Welt, die nicht nur für Alice ein wahres Wunderland war. Das Theater Liberi brachte am Sonntag "Alice im Wunderland" für fast 300 Musical-Freunde auf die Bühne der Stadthalle.
Alice sprach im Wunderland sogar mit den Blumen (Foto: Axel Engels)
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Vor 146 Jahren veröffentlichte Lewis Caroll sein Buch, das gleich nach Erscheinen viele begeisterte Leser fand.
Regie und Text lagen in den Händen von Helge Fedder, sie hatte die schwere Aufgabe, Szenen und Textpassagen den Musical-Erfordernissen anzupassen.
Live gesungen
Sie schuf mit dieser Inszenierung eine Erlebniswelt, bei der die Raupe zwar nicht rauchte, dafür aber wunderbare Seifenblasen produzierte. Für die Musik waren Christoph Kloppenburg und Christian Becker zuständig, die gab es als Playback von der Nu´Jazz-Band "Moca".
Die Songs wurden aber vom gesamten Ensemble live gesungen, hier zeigte es große Qualitäten. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Lars Arend war ein mitreißendes, manchmal vielleicht verwirrendes, jederzeit verzauberndes Musical geschaffen worden.
Übersprudelnde Fantasie
Alisea Baumann, ausgebildet am Schauspielhaus Salzburg, war als Alice eine tolle Wahl. Durch ihre professionelle und doch geradezu liebevolle Spielweise konnte sie der leicht naiven, jederzeit vor Fantasie übersprudelnden Alice eine ganz lebendige Gestalt geben.
Alexandra Heimberger als weißes Kaninchen, Grinsekatze und Mutter von Alice zeige große Vielseitigkeit, spielte mit großer Präsenz.
Tolle Darsteller
Björn Schäffer als Hutmacher, Humpty-Dumpty und Vater von Alice hatte eine große Bühnenpräsenz, riss mit seiner Art einfach jeden mit.
Nadine Bieber gewann als grüne Raupe die Herzen der Kinder und faszinierte als Herzkönigin. Mit ausdrucksstarken Stimmen und lebendigen Songs ging es durch die turbulente Geschichte, Absurditäten und Paradoxa waren an der Tagesordnung. "Nicht so wie sonst", "Lass die Regeln sein" und "Träum so viel du willst" hatten alles, was gute Musical-Melodien brauchen. Rasante Rhythmen unterstützen die kraftvollen Melodien, fühlte man sich zum Mitsingen animiert.
Am Ende erwachte Alice wieder in ihrer gewohnten Umgebung und man fragte sich, ob dies alles wirklich nur ein Traum gewesen war. Auf jeden Fall war "Alice im Wunderland" eine zauberhafte Sache, liebevoll in Szene gesetzt.













