Nach Nutzer-Protest: Bürgermeisterin verspricht Lösung fürs Stadtarchiv
Rheine Plakate künden es an: Am 4. März ist Archivtag, an dem sich zwölf Sammlungen aus dem Kreis im Stadtarchiv Rheine vorstellen werden. Der Gastgeber indes gibt aktuell ein zutiefst trauriges Bild ab.
Der leere Lesesaal zeigt es an: Die Öffnungszeiten des Stadtarchivs sind derzeit deutlich reduziert. (Foto Mijo M. Jongebloed)
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"Der Benutzerraum ist bis auf Weiteres nur noch am Dienstag von 9 - 13 Uhr und 14 - 18 Uhr geöffnet!" klärt das Internet diejenigen auf, die im Archiv nach Fotos, Akten und anderen Unterlagen suchen wollen. Regelmäßige Nutzer sind entsetzt.
Franz Greiwe etwa aus der Redaktion von "Rheine-gestern-heute-morgen". "Wir sind mit der neuesten Ausgabe unserer Zeitschrift bereits im Rückstand", klagt der Mesumer und schüttelt nur den Kopf über die Einschränkung die gilt, seit die langjährige Assistentin des Stadtarchivars, Barbara Varel, in den Ruhestand gegangen ist. Das war im November.
Dr. Thomas Gießmann hatte die Notbremse gezogen. Der Stadtarchivar hatte zwar eine junge Kraft ausgebildet, diese war jedoch nicht übernommen worden. Diese Vakanz war nur durch eine Einschränkung des Angebots aufzufangen: statt drei Öffnungstagen nur noch einer.
Rudi Marciniak, regelmäßiger Nutzer des Archivs, ist sauer: "Das kann doch nicht sein, dass man zunächst jemanden ausbildet und den dann einfach ziehen lässt", macht er seinem Ärger Luft. Als "Ding der Unmöglichkeit" bezeichnet er den aktuellen Zustand und legt noch eines drauf: "Die Streichung der Stelle ist die größte Dummheit, die man machen kann."
Moderater, aber in der Sache nicht weit entfernt von Marciniak, argumentiert auch der Stadtarchivar: "Die Stelle von Frau Varel ist im Prioritätenplan auf der Stufe 1. Das heißt: Ohne Überprüfung der Organisation sofort neu zu besetzen." Das Verfahren für die Wiederbesetzung der Vollzeitstelle sei indes gestoppt worden. Drei Bewerberinnen habe es für den Job gegeben.
Gießmann ist bemüht, den Spagat zwischen seiner ureigenen Arbeit, nämlich der Erforschung und wissenschaftlichen Bearbeitungen der Archivalien und dem Besuchsdienst hinzubekommen. Ein Unterfangen, das nicht gelingen kann und unter dem der Ruf des Archivs leidet.Die Klagen der Nutzer haben dazu geführt, dass sich Verwaltungsvorstand am Montag mit dem Archiv beschäftigte. Bürgermeisterin Angelika Kordfelder versprach auf Anfrage unserer Zeitung eine "zeitnahe Umsetzung" einer personellen Maßnahme für das Archiv. "Das organisieren wir gerade." Kordfelder erklärte, dass die Vakanz im Archiv auch das Resultat von Personaleinsparungen sei, welche die Verwaltung zu organisieren habe. Das führe eben zu Standard-Absenkungen.













