Ingo Appelt: Comedy-Rüpel zeigte seine charmante Seite
Rheine Ingo Appelt hat es immer schon gewusst, nun ist es auch in Rheine kein Geheimnis mehr: Frauen sind wahrhaft Göttinnen, wir können nur noch beten. Dies die Quintessenz eines Abends, der für mindestens 350 Besucher in der Stadthalle zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde
Leicht süffisant plauderte sich Ingo Appelt durch den Freitagabend in der Stadthalle. (Foto Axel Engels)
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Ingo Appelt hat aber auch als selbst ernannter Glaubensstifter einiges zu sagen gehabt, das im häuslichen Umfeld sicherlich so nie ausgesprochen wird. Leicht süffisant plauderte er sich zwar nicht um den guten Ton, seine Ausflüge in die niederen Regionen hatten immer einen verzeihlichen Unterton. Ingo Appelt versteht eben sein Handwerk. Ihm macht so schnell keiner etwas vor, auch keine Frau. Die wickelt er um den kleinen Finger mit seinen charmanten Schmeicheleien, über die sogar die Männer im Publikum ungehemmt lachen konnten.
So viele verbale Umarmungen für die Frau gab es von Ingo Appelt wohl noch nie. Frei nach dem Leitsatz "Liebe deine Nächste" predigte er als scheinbar geläuterter Comedy-Rüpel mit einem frischen Halleluja auf den Lippen.
Wenn es jemand verdient hat, vergöttert zu werden, dann sind es nicht die Testosteron-gesteuerten Vertreter des männlichen Geschlechts in himmlischen Sphären, sondern die rätselhaften Wesen an der Seite der Männer, eben die Frauen.
Ihnen setzte Ingo Appelt quasi ein Denkmal mit seinen Anbiederungen, deren sprachliche Virtuosität so manchen Germanisten zur Verzweiflung getrieben hätte. Ingo Appelt rief die Männer dazu auf, sich nicht länger an den Irrglauben zu klammern, das starke Geschlecht zu sein.
Wie ein Wanderprediger baute er seine Predigt auf. Mit kleinen und vom begeisterten Publikum mit Applaus und Zwischenrufen bedachten grandiosen Höhepunkten führte er durch den Abend.
Seine Parodien auf Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Westernhagen waren sehenswert, sein Klavierspiel für einen Comedybarden ganz passabel - bei "Jugend musiziert" wäre er damit aber gescheitert. Neben den vor Kraft strotzenden Männern hatte er als zweites Angriffsziel die Seniorenschaft.
Wohl nur für Ingo Appelt-Fans nachvollziehbar ist indes das "notgeile Friedhofsgemüse", das zu lange lebe. Über Geschmack lässt sich da wohl streiten, Lacher erntete er damit aber dennoch.













