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Medienhaus Lensing
08.02.2012 19:50 Uhr
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Kung Fu: Weltmeister Eike Saatjohann kam zufällig zum Sport

RHEINE Eigentlich hatte Eike Saatjohann nicht viel für Kung Fu übrig. Heute ist er 16 Jahre alt und seit dem letzten Jahr Weltmeister in dieser Kampf-Sportart.Von Karen Stockel-Veltmann

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Körper-Beherrschung pur: Eike Saatjohann gewann im vergangenen Jahr den Weltmeistertitel in der Kung-Fu-Disziplin Fußtechnik. (Foto: Thomas Strack)

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Ein komischer Zufall führte den Rheinenser schließlich zu diesem Sport. Eike war acht Jahre alt, als seine Mutter in der Zeitung von einem Karate-Probetraining las. Eike wollte schon seit längerem Karate ausprobieren und war voller Vorfreude. Weil sich die Mutter jedoch verlesen hatte, war er viel zu früh an der Trainingshalle. Dort fand zu der Zeit Kung Fu statt. „Dann hab ich einfach da mitgemacht und wollte auch gar nicht mehr zum Karate“, berichtet Eike, dass er sofort Feuer und Flamme war.

Kung Fu als Ausgleich für die Schule

Dreimal pro Woche wird er nun von seinem Vater nach Emsbüren oder Ochtrup zum Training gebracht. „Kung Fu ist für mich ein Ausgleich zur Schule. Natürlich ist es auch Training für den Körper.“ Seine mentale Stärke werde außerdem geschult, betont er.

Der weite Weg zum Training macht sich bezahlt, denn der Schüler der Euregio-Gesamtschule ist seit dem letzten Jahr Weltmeister. „Mein Titelgewinn in der Fußtechnik kam für mich total überraschend“, berichtet der 16-Jährige. Er habe sich gerade mit jemandem unterhalten, als sein Name aufgerufen wurde. „Ich war einfach nur baff“, grinst er und fügt hinzu, dass er sich mehr Chancen in den Kämpfen ausgerechnet habe als in der Disziplin, die er dann gewonnen hatte. „In den Kämpfen habe ich aber einen Tritt ans Steißbein bekommen und musste aufgeben“, führt er fort.

Verpatzte Prüfung sorgt kurz für Frust

Aufgeben – mit dem Kung Fu aufhören – den Moment hat es auch mal gegeben, auch wenn es schon lange her ist. „Da war ich zwölf und bin bei einer Dan-Prüfung durchgefallen. Ich war gefrustet.“

Heute machen ihn diese Rückschläge stark. Auch dass er sich nach einem Bänderriss im Sprunggelenk wieder zurückkämpfen musste, trug dazu bei. „Das war echt anstrengend, nach so einer langen Trainingspause wieder einzusteigen“, erinnert sich Eike.

Die Mannschaft als Rückhalt

Seine Mannschaft ist für ihn immer ein großer Rückhalt. „Die jungen Wilden vom Kung Fu“ wie die Kämpfer vom Aktiv-Park Emsbüren genannt werden, haben auch in den Teamwertungen schon gute Leistungen erzielt.

Kurz vorm Wettkampf ist auch der sonst selbstbewusste Rheinenser angespannt. „Sobald mein Name aufgerufen wird, schießt mein Adrenalinpegel nach oben“, gesteht er.

Gitarre und Tanz als weitere Hobbies

Wenn Eike mal nicht Kung Fu betreibt, spielt er Gitarre, geht joggen und besucht momentan in der Tanzschule den Fortgeschrittenen-Kurs. „Und dann geh‘ ich eben noch zur Schule“, sagt er und wirkt dabei ziemlich zufrieden.

Im Sommer würde er gerne auf das Sportgymnasium in Ibbenbüren wechseln. „Der erste Leistungskurs steht auf jeden Fall fest, egal ob das mit Ibbenbüren was wird oder nicht. Ich nehme Sport“, ist er sich ganz sicher. Später will er auf jeden Fall was mit Sport machen. „Und mit Kindern. Ich trainiere ja auch schon die jüngeren Kung Fu-Kämpfer. Das macht echt Spaß“, berichtet Eike.

Im Mai stehen für ihn die Deutschen Meisterschaften in Hannover an, und dann fährt er vielleicht noch zur Europameisterschaft. Und vielleicht kommen weitere Titel für den Weltmeister aus Rheine hinzu. 


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