In der Volksbank: BH-Ausstellung für die Brustkrebs-Vorsorge
SCHERMBECK Eine besondere Aktion haben die Chefärztin der Frauenklinik des Marienhospitals, Daniela Rezek, und Ulla Bröcheler ins Leben gerufen, um auf die rechzeitige Brustkrebs-Untersuchung hinzuweisen: Sie baten prominente Frauen, einen BH zu spenden, der dann von Künstlerinnen zu Ausstellungsstücken verarbeitet wurde.
Rainer Schwarz und die beiden Künstlerinnen Ulla Bröcheler und Ute Schlarhorst-Schulten mit einem der 17 BH-Kunstwerke, das den Titel "Fifty Fifty" trägt. (Foto: Berthold Fehmer)
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Als sie das Brustzentrum übernommen hatte, „war mir aufgefallen, dass viele Frauen mit sehr fortgeschrittenen Befunden zu uns kamen. Nicht nur alte, sondern auch viele junge Frauen. Durch Vergleichsdaten mit anderen Brustzentren wurde dieser Eindruck bestätigt. Während im Durchschnitt vier bis fünf Prozent der Patienten einen Brustkrebs im inoperablem Stadium aufwiesen, waren es in Wesel acht Prozent.
Prominente Frauen aus dem Kreis Wesel
Mit einer Plakat-Aktion und Flyern habe man versucht, die Frauen zur Vorsorge zu bewegen. „Es hat niemanden interessiert“, so Rezek. Gemeinsam mit Ulla Bröcheler sei man auf die Idee gekommen, prominente Frauen im Kreis Wesel zu bitten, einen BH zu spenden, den Künstlerinnen dann zu Ausstellungsstücken verarbeiten sollten.
Ganz so einfach, wie gedacht, sei das nicht gewesen. „Der BH ist ein intimes Kleidungsstück“, so Rezek. Viele gaben aber doch einen BH ab, die Künstlerinnen ließen ihrer Kreativität freien Lauf, ohne zu wissen, von wem das Kleidungsstück stammt.
Fotostrecke Die kunstvollen BHs in der Volksbank
Die Botschaft fasst Rezek zusammen: „Frauen sollen achtsam mit ihrem Körper umgehen, frühzeitig Veränderungen feststellen und sich behandeln lassen. Und zum Screening gehen, wenn sie eingeladen werden.“ Denn zu 98 Prozent sei Brustkrebs heutzutage heilbar. Trotz ernsten Hintergrundes solle man die Ausstellung mit einem Augenzwinkern sehen.
Volksbank-Vorstand Rainer Schwarz gestand in seinen einleitenden Worten, dass es ihm nicht leicht falle, über das Thema zu reden. „Krebs ist auch in meiner Familie, im Freundeskreis schwierige Realität.“ Er sei gespannt, was seinen Geschlechtsgenossen einfalle, um demnächst auf das Thema Prostata-Vorsorge aufmerksam zu machen: „Eine Ausstellung mit Boxer-Shorts vielleicht?“
Wer die BHs mit Knöpfen, Sicherheitsnadeln, Waschbrett, Sahnetupfern und vielem mehr noch sehen möchte, hat bis zum 15. Februar dazu Gelegenheit.














