"Ehrenmord"-Prozess: Angeklagter gibt seinem Onkel die Schuld
SCHWERTE/HAGEN Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Dienstag vor dem Hagener Landgericht der Prozess um den mutmaßlichen "Ehrenmord" an einer 20-jährigen Frau aus Schwerte begonnen. Entgegen den Erwartungen des Gerichts erschienen jedoch lediglich sieben Zuschauer.
Am Dienstag, 8. September, muss sich ein 21-Jähriger wegen Mordes an seiner Cousine vor Gericht verantworten. (Foto: Archiv)
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Onkel des Angeklagten als Hauptverdächtiger?
Laut Anklage war an der Tat auch ein Onkel (48) des 21-Jährigen beteiligt. Der Mann soll inzwischen ins Ausland geflohen sein. Der Angeklagte will sich selbst frühestens am kommenden Freitag (11. September 2009) zu den Vorwürfen äußern. Das Gericht verlas jedoch bereits eine frühere Aussage des jungen Mannes.
Darin schiebt er seinem Onkel die ganze Schuld an der Tat zu: „Mein Onkel hielt mir eine Pistole an den Kopf und sagte, ich solle tun, was er sage. Ich half ihm dann, einen Menschen aus dem Kofferraum zu tragen. Ich habe diesen Menschen nicht als meine Cousine erkannt. Irgendwann habe ich den Körper fallen lassen. Dann habe ich Schüsse gehört.“
Verteidigung fordert Freispruch
Verteidiger Gerhard Thien aus Essen sagte am Rande des Prozesses: „Wir wollen einen Freispruch. Mein Mandant ist von seinem Onkel zu allem gezwungen worden. Das kann man ihm nicht anlasten.“


























