Breite Mehrheit: Ausschuss für Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße
SCHWERTE Die Agnes-Miegel-Straße wird umbenannt. Mit breiter Mehrheit wollte der zuständige Ausschuss für Demografie, Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend ein Zeichen gegen jeden Rechtsradikalismus setzen.
Mit breiter Mehrheit stimmte der zuständige Ausschuss für Demografie, Stadtentwicklung und Umwelt für eine Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße. (Foto: Bernd Paulitschke)
- Fußball-Landesliga 2 Steht der VfL-Abstieg an Pfingsten fest?
- Entlang der Schienen Bahn baut sechs Schallschutzwände
- Fußball-Landesliga 2 SC Hennen spielt schon am Samstag
- Fußball-Bezirksliga 14 Nur Geisecker SV und ETuS/DJK spielen am Montag
- Fußball-Bezirksligist VfB Westhofen: Nur Optimisten sprechen noch vom Klassenerhalt
Miegel habe mit ihren Werken genau die Bevölkerungskreise erreicht, die dem Regime gegenüber noch unschlüssig waren. "Es ist ihr gelungen, diese Leute für den Nationalsozialismus zu gewinnen", sprach er ihr eine "hohe Mitverantwortung" zu.
Imageschaden für die Stadt
"In der heutigen Zeit kann man jemand mit einer solchen Vergangenheit nicht mehr mit einem Straßennamen ehren", betonte SPD-Fraktionsvorsitzende Britta Santehanser. Der Imageschaden für die Stadt - so ergänzte Stephan Kötter - sei höher zu werten als die Unannehmlichkeiten, die auf die Anwohner zukämen.
Fast alle von ihnen hatten einen Appell auf Beibehaltung des Namens unterschrieben, den Rainer Graumann dem Ausschuss-Vorsitzenden Marco Kordt in einer Sitzungsunterbrechung übergab. "Der Name Agnes-Miegel-Straße ist fest verbunden mit ihren Lebensläufen", sagte Graumann. Er vertrat die Auffassung, dass die Dichterin in der Nazizeit "Auftragsarbeiten" geschrieben habe und 1940 "zwangsweise in die Partei eingetreten" sei.
Eine engagierte Rede für Miegel hielt einzig Hans Jürgen Allendörfer (FDP). Diese habe das Entnazifizierungsverfahren unbelastet überstanden und gar Beziehungen zu Juden gehabt: "Es gibt keinen Grund, diese Straße umzubenennen." Das wird der Ausschuss aber bei seiner nächsten Sitzung erledigen. Wagner schlug bereits "Anne-Frank-Straße" vor.


























