Die Entscheidung ist gefallen: Das FAB wird geschlossen
SCHWERTE Das Freizeit-Allwetterbad soll geschlossen werden. Dafür haben sich am Mittwoch im Rat alle Fraktionen ausgesprochen. Kurz vor der Ratssitzung meldete sich ein Investor zu Wort, der behauptete, dem Bürgermeister ein Konzept zugeleitet zu haben. Ohne Erfolg. Den Verlauf der Ratssitzung können Sie hier in unserem Live-Ticker nachlesen.
Danja Aurelia und ihre Eltern haben Spaß im Freizeit- und Allwetterbad. Leider entscheiden sich zu wenige Schwerter, das FAB zu besuchen. (Foto: Oskar Neubauer)
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18:55 Uhr: Neben der Verwaltungsvorlage, das Bad zum 31.12.2009 zu schließen und die Gremien mit der Vorbereitung dieser Maßnahme zu beauftragen, wurden noch die Aufstellung eines Sozialplans für die Beschäftigten, die Auflösung der Holding und ein neues Bädernutzungskonzept beschlossen.
18:36 Uhr: Abstimmung 1 Gegenstimme 6 Enthaltung 33 Ja Stimmen. Damit ist der Antrag, das Bad zum Jahresende zu schließen, angenommen.
18:23 Uhr: Nach dem Beitrag von Ilona Blank haben sich alle Fraktionen für die Schließung ausgesprochen.
18:22 Uhr: Ilona Blank (fraktionslos): Das ist eine Notsituation. Zitierte aus der Sitzung vom 18. November 1990, als der damalige CDU-Fraktionschef Erwin Ettling aus der Pleite des Aquadroms schloss, dass Private eben keine Spaßbäder betreiben sollten, sondern die öffentliche Hand.
18:01 Uhr: Walter Hülscher (FDP): Das Vorraten eines Freizeit- und Allwetterbades ist keine Aufgabe einer Kommune. Haben alles versucht, Gutachten über Gutachten und stehen jetzt an der selben Stelle, Schulden über Schulden. Man kann das Konto nicht dauerhaft überziehen.
17:57 Uhr: Hubert Sieweke: Wir haben alle Lösungen von Investoren nicht gewollt. Am Ende fehlte der Mut, den Beschäftigten die Wahrheit zu sagen. Meine Fraktion hat das Eigenkonzept bereits damals als ein Sterben auf Raten bezeichnet. Wir müssen jetzt verantwortlich handeln. Die Verluste des Bades strangulieren den städtischen Haushalt. Der SPD-Antrag ist unnötig, denn im Ursprungsantrag steht, die Gremien sollen die Schließung vorbereiten. Hoffen auf Investor hält er für aussichtslos. (Zwischenrufe von der Empore: Wir haben hier einen.)
17:44 Uhr: Dr. Gernot Folkers (Die Grünen): Wir schicken uns an die schlimmste und folgenreichste Entscheidung der Schwerter Politik zu beenden. Etwas mehr als die Hälfte unserer Schulden stammt aus dem Freizeit- und Allwetterbad. Jahrelang habe hinter vorgehaltener Hand jeder gewusst, dass die Erfolgsbilanzen des Bades nur schön gerechnet waren.Vorwürfe auch an Schuchardt, der seinen Eigenkonzept-Plan nur auf politischen Druck entwickelt habe.
17:39 Uhr: Der angeblche Investor hat sich als Harald Hoose vorgestellt. Er vertrete eine Investorengruppe aus NRW, die das Bad ohne finanzielle Nebenbedingungen übernehmen würde. Allerdings sei die Pacht überzogen. 250 000 Euro seien angemessen. Sie würden es zunächst für kurze Zeit pachtfrei , dann mit Pacht übernehmen. Das habe er dem Bürgermeister heute nacht gemailt aber bislang noch nichts gehört.
17:35 Uhr: Unter den Missfallensbekundungen und Zwischenrufen trägt SPD-Fraktionschef Hubert Freistühler vor: Ich fühle mich dem Personal verpflichtet. Deshalb solle ein Sozialplan für die Angestellten gemacht werden. Außerdem forderte er, eine Möglichkeit für Investoren offenzuhalten.
Joseph Bender (CDU) kündigte an, dass seine Fraktion für die Schließung stimmen würde. Es sei eine Entscheidung, die notwendig ist. Alle Investoren hätten auch finanzielle Forderungen gestellt.
17:24 Uhr: SPD-Fraktionsvorsitzender Hubert Freistühler meldet sich zu Wort. Er sagt, dass es seiner Fraktion schwer gefallen ist, den Beschluss zur Schließung des Bades zu fällen. Man würde auch nicht einheitlich abstimmen.
17:22 Uhr: Die Beschäftigten haben sich in der Bürgerfragestunde zu Wort gemeldet. Sie fragen nach ihren Jobs.
17:20 Uhr : Es hat sich ein Investor gemeldet. Vor der Sitzung behauptet er, in der Nacht ein Konzept abgeben zu haben. Man habe mit ihm bisher aber noch nicht gesprochen.
Die Fakten:
- 1,3 Millionen Euro Verluste fuhr alleine das FAB im vergangenen Geschäftsjahr ein. Allerdings gingen 350 000 davon an die Stadt als Pacht aus überwiegend steuerlichen Gründen. Dafür ist die Bäder GmbH aber nicht an den immer noch laufenden Finanzierungskosten für das Bad beteiligt. So zahlt die Stadt in Form des Sondervermögens Bäder 2009 allein 393 000 Euro an Zinsen an die Banken.
- Einen weiteren Teil zahlt das Bad für Energie und Wasser an die Stadtwerke. Der Posten beträgt zwar rund 440 000 Euro jährlich. Den Gewinn der Stadtwerke daraus geben die Wirtschaftsprüfer aber mit rund 20 000 Euro an. Da Schwerte nur 50 Prozent der Stadtwerke gehören schmälert das Ende des Bades den Schwerter Anteil um 10 000 Euro.
- Fünf Mitarbeiter des FAB haben eine Rückkehroption zur Stadt. Darunter sind auch ein Schwimmmeister und eine Kassenkraft, die bereits jetzt teilweise oder überwiegend im Stadtbad eingesetzt sind und dort auch bleiben könnten. drei Beschäftigte müsste die Verwaltung auffangen. 37 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben zwar noch eine Jobgarantie bis 2010, stünden dann aber auf der Straße. Bei dem größten Teil handelt es sich um Teilzeitkräfte.
- Durch eine Schließung des FAB erhöht sich der Verlust des Stadtbades (379 000 Euro im Jahr 2008) nach Einschätzung der Gutachter um mindestens 50 000 Euro pro Jahr. Kosten, die dann wieder aufgefangen werden müssen.
- Erst seit im Herbst die Diskussion um die Schließung des Bades erneut geführt wird, sind die zuvor steigenden Besucher-Zahlen dramatisch eingebrochen.






























