Ein harter Job: Petra Riße ist hauptamtliche Feuerwehrfrau
SCHWERTE "Ich will Feuerwehrmann werden." Für diesen Ausruf erntete der kleine Drache Grisu nur Kopfschütteln. Petra Riße kann ihn verstehen. Als sie sich vor 20 Jahren bei der Schwerter Feuerwehr bewarb, stieß sie zunächst auf ungläubige Gesichter.
Vollausgestattet für den Brandeinsatz: Die so genannte Hupfkleidung besteht aus Hose, Jacke, Maske, Flammschutzhaube, Helm und Holland-Schal, der den Nacken schützt. (Foto: Oskar Neubauer)
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Alle waren skeptisch
"Ich wollte das unbedingt", erinnert sich Petra Riße an die Anfänge. Eltern, Freunde, Kollegen, die Stadtverwaltung: Alle waren skeptisch, ob die junge Frau der neuen Aufgabe gewachsen sei. Ihnen bewies sie, dass es gehen kann.
"Der Sporttest war für mich gar kein Problem", erzählt die fitte 47-Jährige. In Witten absolvierte Petra Riße dann ihre Ausbildung. "Von Anfang an habe ich ganz viele Fragen gestellt", erinnert sie sich. Einige Dinge waren ihr einfach unbekannt. "Als ein Kollege mich bat, ihm einen bestimmten Schraubendreher zu bringen, habe ich einfach alle gebracht", schämte sie sich nie dafür. Bei den anderen Feuerwehrmännern kam das an. "Klappt ja doch besser, als wir dachten", war das Kompliment, das Petra Riße immer wieder hörte.
Eine Nische in der männerdominierten Welt
Egal ob Berufskleidung oder Umkleide – in der männerdominierten Welt schuf sich die Feuerwehrfrau eine Nische: "Da es keine spezielle Kleidung für Frauen gab, habe ich einfach dasselbe getragen wie alle anderen." Hose, T-shirt oder Pulli auf der Wache, die Hupfkleidung bestehend aus Hose, Jacke, Maske, Flammschutzhaube, Helm und Holland-Schal beim Brandeinsatz.
Wenn sie sich umziehen wollte, meldete sich Petra Riße beim Wachenleiter ab – und blieb so ungestört. Mittlerweile gibt es in der Hauptamtlichen Wache eine eigene Frauen-Umkleide.
Ein harter Job
Auch bei Einsätzen fühlt sich die zweifache Mutter nicht benachteiligt. "Man trägt eh vieles zu zweit oder mit Hilfsmitteln", machen ihr schwere Geräte wie die Tragkraftspritze (190 kg) keine Sorgen. "Wir erwarten von Männern und Frauen dasselbe", betont daher der Schwerter Wachleiter Wilhelm Müller. Es sei eben ein harter Job.
Der ist für Petra Riße eine Berufung. "Ich weiß nie, was mich erwartet", liebt sie die Vielfältigkeit ihrer Arbeit. Manche Einsätze seien anstrengend, andere lustig. "Wenn wir ein Menschenleben gerettet, Gesundheitsschäden abgewandt haben, das erfüllt mich mit Stolz", betont sie. Außerdem ist sie als Brandschutzerzieherin in Schulen und Kindergärten im Einsatz.
Ob sie als Frau auch Vorteile habe in ihrem Job? "Gerade im Rettungsdienst mögen manchen Patienten eine Frau lieber", weiß Petra Riße aus Erfahrung. Doch am Ende zähle eigentlich nur der Mensch.


























