Hans-Jörg Holubitschka: Überzeichnete Gebirge
WESTHOFEN Er ist ein Landschaftsmaler. Doch seine Landschaften existieren nur in seinem Kopf. Hans-Jörg Holubitschka, seit sechs Jahren Fachbereichsleiter Malerei an der Ruhrakademie, komponiert Reales neu und setzt das, was gegeben ist, auf seine Weise ins Bild.
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Er selbst erlernte das handwerkliche Rüstzeug an der Kunstakademie in Düsseldorf. „Doch nach meinem Abschluss wollte ich etwas ganz Neues machen“, erinnert sich der 47-Jährige.
Er experimentierte.
Verflüssigte Farbe.
Goss die „abstrakte Suppe“ über seine großflächigen Leinwände.
Strukturierte die Flächen wieder.
Fügte Details ein.
„Daraus haben sich dann die Landschaften herausgebildet“, betont Holubitschka.
Sie sind seit fast zwanzig Jahren sein Markenzeichnen.
Farben mit Klarspüler-Zusatz
Farben sind übertrieben gewählt, gehen fast bis an die Kitschgrenzen.
Das Gelb der Felder, das Grün der Wiesen leuchtet durchdringend – „als hätte man Klarspüler reingekippt“, zitiert Hans-Jörg Holubitschka einen Kritiker.
Die Farben spielen eine große Rolle. „Sie sind wichtig für die Bildharmonie“, betont Holubitschka.
Fotos dienen dem Künstler als Inspiration, wenn er in seinem Atelier in Düsseldorf neue Landschaften erschafft.
Am Anfang waren es oft Impressionen aus Italien: „Da war ich schon während des Studiums im Urlaub.“ Auch Motive aus Frankreich oder den Alpen hat Holubitschka umgesetzt.
Dabei geht es ihm eigentlich nicht darum, Landschaft darzustellen, sondern darum, die Emotionen zu zeigen, die sie erweckt. Das ist für den Maler das Moderne an seiner Arbeit.
"Ist das Kitsch?"
„Ist das Kitsch?“, fragt er provozierend. Das wissen auch die Käufer seiner Bilder oft nicht genau. Die Werke erfordern ständige Auseinandersetzung, sagt Holubitschka nicht ohne Stolz. Man könne sich an ihnen reiben oder sie genießen – aber sie würden nie langweilig.
Kleinere Arbeiten messen meist 30 mal 35 Zentimeter, große Werke können bis zu 1,60 mal 2,40 Meter einnehmen.
Sie kosten zwischen 1000 und 13 000 Euro.
Rund 15 großformatige Bilder malt Holubitschka pro Jahr. Meist sitzt er bis zu drei Wochen an einem Bild.
Zurzeit arbeitet er an Bildern für eine Ausstellung in München. Mitte Juni soll er dort ausstellen. „Dann habe ich erst mal zwei Monate Malverbot“, sagt er und lächelt. Eine Reise durch Deutschland ist geplant. Holubitschka will neue Eindrücke sammeln. Für Landschaften, die so nicht existieren.





















