Halle reif für Abriss: Mehr als 10 Millionen Euro Schaden bei Brand im Stahlwerk Ergste
SCHWERTE 160 Feuerwehrleute aus der Region waren in der Nacht in Ergste im Einsatz. Dort brach um 22 Uhr in einer Werkshalle ein Brand aus, der bis in die Morgenstunden bekämpft wurde. Die Lethmater Straße ist nach wie vor gesperrt, weil die Statik des Gebäudes geprüft werden muss.
Nach einem Großbrand in einem Stahlwerk in Schwerte haben 15 Anwohner die Nacht zum Sonntag im Rathaus der Stadt verbracht. (Foto: Bernd Paulitschke)
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Um 22 Uhr brach das Feuer in der Halle 4, einer Werkshalle des Stahlwerks Ergste, aus. Dort werden Stahlbänder an einer Bandglühanlage bearbeitet. Zu der Zeit war kein Mitarbeiter in der Halle, nur der Werksschutz war vor Ort. Die Mitarbeiter hatten am Nachmittag Feierabend gemacht.
Die automatische Brandanlage schlug an, aber auch die Anwohner sahen die Rauchsäule aufsteigen. Der 35 Meter hohe Turm wirkte dabei wie ein Kamin, die Flammen schlugen heraus.
Fotostrecke Stahlwerk brennt - Großeinsatz der Feuerwehr
Am Sonntagmorgen waren Brandermittler der Polizei vor Ort, um die Ursache des Feuers zu vermitteln. Auch ein Statiker muss die Halle prüfen.Die Lethmater Straße (B 236) ist von der Ruhrbrücke Villigst bis zum Stahlwerk Ergste gesperrt. Für Fußgänger soll ein Durchgang hergerichtet werden. Es liegen noch Trümmer auf der Straße und ein Statiker muss prüfen, ob der 35 Meter hohe Turm und die Halle zusammenbrechen könnten.
Gegen 11 Uhr verließen die letzten Feuerwehrleute den Einsatzort. Verletzte gab es nicht.
Rund 40 Anwohner mussten über Nacht aus den umliegenden Häusern heraus. Einige übernachteten bei Bekannten, Freunden und Verwandten, rund 15 Ergster erhielten im Rathaus Unterschlupf.
Aktualisierung um 15.10 Uhr: Der Turm, das haben die Statiker jetzt herausgefunden, ist nicht einsturzgefährdet. Die Halle hingegen muss komplett abgerissen werden. An der Mauer zur Straße werden zurzeit noch Wandverkleidungen abgenommen, anschließend soll die Bundesstraße hier auch für den Verkehr freigegeben werden - zumindest einspurig in beide Richtungen. Freigabe soll bis spätestens 19 Uhr erfolgt sein. Der Schaden, auch das ist nun klar, geht in zweistellige Millionenhöhe. Das sagte Dr. Stefan Seng, Pressesprecher des Stahlwerks Ergste. Brandursache war wohl ein technischer Defekt, es wird aber noch weiter ermittelt. Bis Mittwoch ist vorerst die Produktion angehalten, nur ein Teil der Mitarbeiter muss Montag und Dienstag zum Dienst, um Aufräumarbeiten zu machen. Ab Mittwoch soll dann die Produktion wieder anlaufen.
Aktualisierung um 16.22 Uhr: Die Bewohner durften am Mittag in ihre Häuser zurück, um zu duschen oder ihre Haustiere zu füttern. Dann mussten wieder heraus, dürfen aber um 19 Uhr zurück. Bürgermeister Heinrich Böckelühr erteilte für den Abbruch der Werkshalle 4 bereits mündlich die Abbruchgenehmigung.





























