Gericht hat Einsehen: Mit Restalkohol Auto gefahren, um Leben zu retten
SCHWERTE Alkoholfahne hin oder her. Der Kumpel brauchte dringend seine Arznei. Nur deshalb setzte sich der junge Schwerter hinters Steuer. Das Amtsgericht hatte ein Einsehen und ließ ihm seinen Führerschein. Trotz 0,52 Promille im Atem.
Um einem Kumpel seine Medikamente zu besorgen, hat sich ein Schwerter alkoholisiert hinters Steuer gesetzt. (Foto: dpa)
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Morgens plötzlich Schüttelanfälle
„Mein Mandant stand vor der Entscheidung, einen Krankenwagen zu holen oder den Mann selbst zu transportieren“, verdeutlicht Krüger. Weil sich die Situation für ihn als bedrohlich darstellte, habe er sich zu der Fahrt entschlossen, um gesundheitlichen Schaden von seinem Bekannten abzuwenden. Geplant gewesen sei die Tour nicht.
Polizisten riechen Alkohol
Schon nach einer kurzen Strecke geriet der Wagen in eine Polizeikontrolle. Beim Anhalten bemerkten die Beamten, dass der Kranke unangeschnallt quer auf der Rücksitzbank lag. Laut Protokoll wirkte er benommen und verschlafen.
Da die Polizisten aus dem Mund des Fahrers Alkohol rochen, musste er ins Testgerät pusten. Dabei wurde ein Wert von 0,54 Promille festgestellt. Ein zweiter Test mit einem gerichtsfesten Gerät auf der Wache ergab 0,52 Promille.
Deshalb wollte die Bußgeldstelle des Kreises Unna dem jungen Mann, der noch in der Führerschein-Probezeit war, zunächst das Fahrverbot und die saftige Geldbuße aufbrummen, die das Gericht jetzt zum großen Teil zurücknahm.


























