Stahl ist knapp und teuer
SCHWERTE Die momentane Rohstoffknappheit in aller Welt trifft mittlerweile auch die Schwerter Wirtschaft. Gerade die Metall verarbeitenden, mittelständischen Unternehmen der Ruhrstadt ächzen unter der Kostenspirale.
(Foto: dpa)
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Preise sind kaum kalkulierbar
„Preiserhöhungen baute man in die Kalkulation des nächsten neuen Produktes ein. In diesem Jahr kann man im März kaum sicher sein, einen Preis noch im Oktober halten zu können.“
Preiserhöhungen in einer Branche, deren Auftraggeber langwierige Investitionsentscheidungen treffen müssen, sind extrem problematisch.
Die Firma WGB Blechverarbeitung produziert hitzebeständige Kameras für Hochöfen. „Unsere Kunden planen Großprojekte“, so Ulrich Benke. „Da werden erst Angebote eingeholt und die Kaufentscheidung fällt rund ein Jahr später. Bis dahin haben sich die Stahlpreise teilweise so drastisch verändert, dass der kalkulierten Preis völlig veraltet ist.“
Auch der Rohstoff ist knapp
Die Preisschwankungen sind das eine Problem – die Knappheit ist das andere.
„Die Situation ist erschreckend“, sagt Ulrich Benke.
„Im März wollten wir Rohr-Profile einer bestimmten Größe und Stahl-Art bestellen.
Der Lieferant anwortete: Irgendwann im Juli. So kann man doch nicht planen.“
Laut Benke habe sich eine gewisse Hamstermentalität entwickelt, die dazu führt, dass die Unternehmen auf Vorrat Material einkaufen.
„Wir müssen uns täglich die Preise angucken“, ist auch Günter Rosen von MAT – Maschinen & Anlagentechnik GmbH frustriert.
„Es gibt praktisch keine Strategien, um stabil und langfristig kalkulieren zu können.“
Drittes Problem: Hohe Energiekosten
Hinzu kommen die erhöhten Energiekosten.
„Wenn man sieht, wie die Strom- und Gas-Kosten steigen, fragt man sich morgens, ob man überhaupt den Ofen anmachen soll“, beschreibt Ulrich Benke die momentane Stimmung.
Dennoch herrscht weiterhin Optimismus
Trotz dieser Lage sehen die Schwerter Mittelständler optimistisch in die Zukunft.
„In diesen Zeiten haben kleinen Firmen aufgrund ihrer Flexibilität große Vorteile“, so Günter Rosen. „Große Konzerne haben viel größere Schwierigkeiten, sind dem verändernden Markt anzupassen.“ K hob
Die Metall verarbeitende Industrie in Schwerte stellt sich am 6. Juni im Technologiezentrum auf der Innovationsmesse Metall 2008 vor.




























