Sportlerporträt: Annika Paszehr träumt von der großen Karriere - als Fußball-Schiedsrichterin
SCHWERTE Während Andere auf dem Spielfeld ihrem Hobby nachgehen und den Ball hinterherjagen, kontrolliert sie, dass das Ganze im Rahmen der Regeln passiert: Annika Paszehr (20) hat ein eher außergewöhnliches Hobby: Sie ist Fußball-Schiedsrichterin. Ein Porträt.
Annika Paszehr steht regelmäßig in der 2. Damen-Bundesliga an der Linie. (Foto: Markus Paszehr)
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Dabei begann sie ihre Fußballkarriere nicht als Referee, sondern startete mit sieben Jahren beim TuS Holzen-Sommerberg aktiv auf dem Platz. Erst neun Jahre später stand ein Spiel erstmals unter ihrer Leitung. Durch Lars Lehmann, ranghöchster Schiedsrichter des TuS und zudem Schiedsrichterlehrwart im Kreis Iserlohn, kam sie zur Pfeiferei. Aber auch sie selbst war sehr an der Schiedsrichterfunktion interessiert: "Ich hatte mich immer schon gefragt, ob es wirklich so schwierig ist, ein Spiel zu leiten."
Kreuzbandriss mit 17
Zunächst ging sie ihren Hobbies, Fußball zu spielen und Schiedsrichterin zu sein, parallel nach. Doch auf längere Sicht ließ sich beides schlecht kombinieren, so dass sie sich entscheiden musste. Ein Kreuzbandriss, den sie sich mit 17 beim Fußball zugezogen hatte, machte die Entscheidung letztlich leicht.
Nach langer Verletzungspause legte sie den Fokus auf die Schiedsrichterkarriere - eine Entscheidung, die im Nachhinein wohl die richtige war, wie sie selbst sagt. So etablierte sich Paszehr in diesem Jahr als erste Assistentin in einem festen Gespann, das in der 2. Bundesliga der Damen eingesetzt wird.
Paszehr hat hohe Ziele
Und die 2.Bundesliga der Damen soll nicht das Ende der Fahnenstange sein. So strebt die selbstbewusste Schiedsrichterin die 1. Bundesliga der Damen an und möchte irgendwann auch mal international pfeifen: "Fifa-Schiedsrichterin wäre ein absoluter Traum", sagt Annika Paszehr, weiß aber auch: " Bis dahin ist es noch ein weiter Weg." Auch bei den Männern steckt sie sich hohe Ziele. Hier soll die Bezirksliga noch lange nicht die Endstation sein. Zur nächsten Saison stehen die Chancen auf einen Aufstieg in die Landesliga nicht schlecht.
In der Praxis jedoch wurde die Schwerterin in diesem Jahr fast ausschließlich im Damenbereich eingesetzt und sammelte bereits Erfahrungen im Erstliga- und sogar internationalen Bereich. So winkte sie im September die Stürmerinnen des 1. FFC Frankfurt im DFB-Pokalspiel gegen den VfL Kommern als Assistentin zurück. Sonst nur aus dem Fernsehen bekannte Nationalspielerinnen wie Nadine Angerer, Fatmire Bajramaj oder Kerstin Garefrekes standen Annika Paszehr gegenüber und hatten sich ihren Entscheidungen zu beugen - "ein unglaubliches Gefühl" für die junge Schwerterin, die sich zudem als vierte Offizielle beim Länderspiel der U19-Mädels zwischen Deutschland und den Niederlanden auch schon erste internationale Meriten erwarb.
Studium hat zunächst Vorrang
Diese Erfahrungen machen bei Annika Paszehr Lust auf mehr: "Ich bin noch jung und will alle Möglichkeiten wahrnehmen", sagt sie - mit einer Einschränkung: "Das Studium hat Vorrang." So bleibt abzuwarten, wie steil es auf der Karriereleiter noch nach oben geht, wenn das Studium zur Grundschullehrerin absolviert ist.
Auf die Frage, was die wichtigste Fähigkeit einer guten Schiedsrichterin ist, sagt Paszehr: "Man muss immer ruhig und gelassen bleiben, nur so kann ein Spiel souverän geleitet werden." So wie es auch Bibiana Steinhaus tut. Deutschlands Vorzeige-Schiedsrichterin ist Paszehrs Vorbild: "Sie hat alles erreicht, was als Frau im Bereich des Fußballs möglich ist." Vielleicht ist es ja die 20-jährige Annika Paszehr aus Schwerte, die irgendwann mal in ihre Fußstapfen treten wird.























