Interview: Preissteigerungen in der Bäckereibranche
SELM Steigende Brot- und Brötchenpreise hat Kamps-Chef Jaap Schalken vergangene Woche vorhergesagt. Als Grund nannte er gestiegene Mehlpreise. Ob Preiserhöhungen gerechtfertigt sind und wie die Preise zustande kommen, darüber sprach RN-Volontärin Naemi Goldapp mit dem Borker Bäckereiinhaber Andreas Langhammer.
Bäckereiinhaber Andreas Langhammer schätzt, dass die Mehlpreise noch bis zum Ende des Jahres steigen werden. (Foto: Naemi Goldapp)
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2007 bei der ersten Mehlpreisrevolution, als sich der Mehlpreis bis auf 37 Euro pro Doppelzentner erhöht hat, normal sind um die 30 Euro. Anfang des Monats musste ich aber durch gestiegene Kosten einige meiner Preise der B-Ware (Anm. d. Red. Snacks wie Kuchen, Croissants- oder Käsebrötchenerhöhen). Darüber wissen meine Kunden aber Bescheid.
Kamps hat wegen der hohen Mehlpreise angekündigt, dass die Brötchenpreise in der Branche steigen. Ist das gerechtfertigt?
Der Mehlpreis ist ungefähr fünf Prozent vom Verkaufspreis. Würde man den Preis von einem normalen Brötchen aus dem Grund, dass die Mehlkosten gestiegen sind, um einen Cent erhöhen, wäre das sehr viel. Aber dazu kommen ja auch noch gestiegene Betriebs-, Energie- und Lohnkosten. In den letzten zwölf Monaten sind die Energie- und Lohnkosten stark gestiegen, ebenso wie die Sozialabgaben Anfang des Jahres.
Bei Ihnen kostet ein Brötchen 28 Cent, bei Discounter-Bäckern um 17 Cent. Wie kalkulieren die anders?
Die Discounter-Bäcker kaufen günstig ein, die Brötchen werden als Teiglinge aus dem Osten hierher gebracht. Den geringeren Preis sehen Sie aber nur bei normalen Brötchen. Käsebrötchen zum Beispiel kosten gleich viel mehr. So holen die ihr Geld rein.
Fakt ist, durch den Lieferstopp in Russland und der normalen Ernte in Deutschland erhöht sich der Mehlpreis. Werden auch ihre Brötchen teurer?
Wenn die Kalkulation über Jahre hinweg gut ist, muss ich nicht brutal zuschlagen. 28 Cent sind gut kalkuliert. Aber ich weiß nicht, was noch kommt. Ich bin überzeugt, dass der Einkaufspreis noch bis Ende des Jahres auf 40 Euro steigt.
Ist das gerechtfertigt?
Mehl als Rohstoff ist ziemlich günstig. Würde es die Subventionen für Bauern nicht geben, wäre der Preis noch höher. Aber die Diskussion kommt jedes Jahr zur Erntesaison. Auf Mehl springt jeder an. Das ist eine politische Sache. Zum Beispiel haben sich der Sahne- und Käsepreis sehr stark erhöht. Darüber spricht aber keiner.



















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[Foto: Dieter Menne, RN
Datum: 09.08.2011] Mobiler Reporter Nico Drimecker / Verlag /
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Datum: 09.08.2011]](/storage/scl/mdhl/artikelbilder/lokales/rn/lulo/luenen/2642501_t1m3w90h60q75v52646_Reporter_Nico_589.jpg)









