GW/BV Selm: Was die Trainer zur gescheiterten Fusion sagen
SELM Zwei Trainer, dieselben Fragen: Getrennt voneinander hat RN-Mitarbeiter Kevin Kohues die Übungsleiter von Grün-Weiß Selm gegen BV Selm gefragt. Denn: Am Sonntag, 15. November, ist Derby. Ein wahrscheinlich noch brisanteres als in den Vorjahren. Denn im Raum steht ja immer noch die Frage: Kommt 2010 doch noch eine Fusion zwischen GW und BV?
Wer hat am Sonntag Grund zum Jubeln: Gastgeber Grün-Weiß oder der ewige Rivale BV, hier mit Kapitän David Jendrich (Mitte)?
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Egbert Hillmeister (GW Selm): Ich glaube, dass das Thema Fusion in den Köpfen schon eine Rolle gespielt hat. Nachdem es jetzt erstmal erledigt ist, habe ich am vergangenen Sonntag beim Sieg gegen Stockum (2:1; d. Red.) schon eine Steigerung der Leistung und auch der Motivation festgestellt. Hinzu kommt aber auch, dass uns mit Daniel Stock seit dem 3. Spieltag die tragende Säule unserer Abwehr fehlt, wir haben mit die meisten Gegentore kassiert. Auch Spieler wie Mario Pongrac und Fabian Hillmeister haben lange gefehlt.
Jens Kalpein (BV Selm): Unser Ziel vor der Saison war ein einstelliger Platz, und der ist nach wie vor in Reichweite. Die Gründe liegen vor allem in den zahlreichen Verletzungen und beruflichen Veränderungen meiner Spieler. Das wiegt in der Summe zu schwer, um es auffangen zu können. Inwieweit hat die Diskussion um die Fusion die Spieler belastet?
Hillmeister: Das war schon deutlich der Fall. Meine Spieler sind fast alle seit frühester Jugend im Verein, sind sozusagen Ur-Grün-Weiße. Sie hängen an ihrem Verein und wollen, dass er bleibt.
Kalpein: Diese Diskussion ist für uns kein Alibi, damit würden wir es uns zu leicht machen. Man muss sich nur unsere Aufstellung anschauen. Woche für Woche stehen A-Jugendliche auf dem Platz, die teilweise montags und freitags auch noch Spiele haben. Diese Belastung geht auf Dauer auf Kosten der Jungs.
Die Fusion scheint zumindest vorerst gescheitert - wie stehen Sie persönlich dazu?
Hillmeister: Ich bin selbst seit 35 Jahren Mitglied bei Grün-Weiß, war selbst aktiv und habe die Differenzen mit dem BV über viele Jahre miterlebt. Aber: Zur Fusion gibt es keine Alternative. Sie muss her, um die Jugendarbeit voranzutreiben und um das wirtschaftliche Überleben zu sichern. Denn beide Vereine sind auf Dauer alleine nicht lebensfähig. Wenn die Fusion jetzt nicht kommt, dann wird sie irgendwann später kommen.
Kalpein: Wenn es nicht zu einer Fusion kommen sollte, wäre das nicht gut für den Selmer Fußball. Für die Jugend wäre es eine Katastrophe, und die finanziellen Belastungen wären für beide Vereine in Zukunft wohl nicht mehr zu tragen.
Hillmeister: Es kann schon sein, dass am Sonntag einiges hochkochen wird, dass eine gewisse Aggressivität dabei sein wird. Weniger unter den Spielern, die sich alle untereinander gut kennen, sondern mehr unter den Zuschauern.
Kalpein: Ich erwarte, dass sich jeder meiner Spieler beweisen möchte und alles dafür tun wird, um dem BV Selm zum Sieg zu verhelfen.
Warum gewinnt Ihre Mannschaft das Spiel?
Hillmeister: Weil wir individuell besser besetzt sind.
Kalpein: Weil wir den größeren Siegeswillen zeigen werden.
Was ist bis zur Winterpause noch drin?
Hillmeister: Wir haben uns vorgenommen, alle drei verbleibenden Spiele zu gewinnen. Dann würden wir noch einen deutlichen Sprung nach vorne machen.
Kalpein: Meist weiß ich erst sonntags, welche Mannschaft mir zur Verfügung steht. Eine Prognose abzugeben fällt mir schwer. Es bleibt für uns weiterhin schwierig, aber das eine oder andere Pünktchen werden wir bis zur Winterpause schon noch holen.




























