Informativer Vortrag: Frauen anders belastet
STADTLOHN. Die spannende Frage, ob denn Frauenherzen anders schlagen als Männerherzen beantwortete Dr. med. Regine Rapp-Engels den interessierten Frauen am Dienstagabend im Haus Hakenfort.
Bei der Veranstaltung »Die Nächste bitte! - Gesundheit aus Frauensicht« im Haus Hakenfort (von links) Adelheid Boer (VHS), Maria Terhechte-Vos (JFB), Dr. Regine Rapp-Engels und Mechthild Roters (Gleichstellungsbeauftragte). (Foto: Susanne Dirking)
Bei den Herz-Kreislauferkrankungen, die bestens erforscht seien, könne man die Unterschiede deutlich aufzeigen. Die World-Health-Organization (WHO) definiere Gesundheit als körperliche, seelische und soziale Gesundheit. Sowohl Armut, Bildung als auch die familiäre Situation haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Frauen. In Bezug auf Herzerkrankungen seien Frauen ebenso gefährdet wie Männer. Betroffen seien meist Frauen jenseits der Wechseljahre. Das Belastungs-EKG sei nicht so ausagekräftig wie bei den Männern. Scherzend nannte sie das Zitat aus Rigoletto: „Ach, wie so trügerisch sind Frauenherzen“. In jedem Fall müsse der Notarzt rechtzeitig gerufen werden.
Eher nebenwirkungsgefährdet
Die medikamentöse Behandlung bei Frauen sei anders als bei Männern. Frauen seien bei der gleichen Dosis eher nebenwirkungsgefährdet, was aber noch wenig erforscht sei. Außerdem gebe es einen Unterschied bei der Verordnung von Psychopharmaka. „Frauen erhalten doppelt so häufig Psychopharmaka wie Männer“, erklärte die Referentin. Und mit Stress gehen die Frauen anders um als Männer, wusste sie. Entscheidend seien dabei die Begleitumstände, aber auch die materielle Situation. Männer würden eher zu riskantem Verhalten tendieren, erläuterte die Ärztin.
Da Frauen im allgemeinen gesundheitsbewusst leben und einen Schutz durch ihre Hormone haben, ist ihre Lebenserwartung höher, doch die Männer nähern sich allmählich an, so die Referentin. In der Diskussion brachten die Zuhörerinnen eigene Erfahrungen und Meinungen zum Thema Gesundheit ein und Dr. Rapp-Engels antwortete auf die speziellen Fragen. Weitere Informationen auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.frauenportal.de



















