AWO Burgsteinfurt wird 65: Ein aktiver "Pensionär"
BURGSTEINFURT Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) verfolgt ein nobles Ziel: die Unterstützung sozial schlechter gestellte Menschen. Hauptsächlich Menschen mit Behinderungen, aber auch Senioren. Auch in Burgsteinfurt - und das seit 65 Jahren.
Seit 1995 AWO-Chef in Burgsteinfurt: Lothar Hilge (Foto: Lehmkuhl)
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- SC Preußen Borghorst SCP-Gast Mesum seit acht Spielen unbesiegt
- Fußball-A-Liga Laerer Endspiel gegen Metelen
- Fußball-A-Liga Scheinbar klare Vorzeichen zwischen SCP II und Horstmar
- SV Burgsteinfurt Vorm Haltern-Spiel: Viele Gespräche und ein Rauswurf
Auflösung und Neubeginn
Bevor die Nazis den Verband in den 30er Jahren auflösten und verbieten ließen, versuchte man, die Opfer des Ersten Weltkrieges zu unterstützen, unter anderem durch Beratungsstellen, Mittagstische und Nähstuben.
Genau in dieser Form erschien auch der Ortsverein Burgsteinfurt wieder auf der Bildfläche. Ab 1946 zuerst mit einer Nähstube. Dann rückte die seniorenarbeit stärker in den Fokus. Bis 1995 trafen sich eine Handarbeitsgruppe und eine Spielgemeinschaft im Klassenraum einer Grundschule. Bis man im Mai die Kündigung bekam.
Suche nach Hilfe
Das Signal für den Neuanfang, an den sich der aktuelle Vorsitzende Lothar Hilge von der AWO Steinfurt sehr gut erinnert. Zunächst wurden die Damen der AWO auf der Suche nach Hilfe nämlich bei der SPD Burgsteinfurt vorstellig, genauer: beim Seniorenbeauftragten Heinz Hilge. "Wir sind überfordert und du musst den Vorsitz übernehmen." So wurde das erste Gespräch eingeleitet.
Heinz Hilge setzte sich ein und hatte Erfolg: Die AWO wurde vorübergehend in einem evangelischen Gemeindehaus untergebracht.
Zusätzlich kümmerte er sich aber um einen neuen Vorsitz, den er persönlich nicht übernehmen wollte. Durch Familienbande kam er auf seinen Bruder Lothar Hilge, dessen erste Reaktion allerdings war: "Nein, was soll ich bei der AWO?".
Das Ende vom Lied ist bekannt: Lothar Hilge ist auch heute noch Vorsitzender. Nachdem die strukturellen Fragen geklärt waren - Lothar Hilge übernahm organisatorische Aufgaben, Heinz Hilge immerhin noch administrative - ging es um ein wesentlich handfesteres Problem: eine neue Unterkunft.
Geschichte von Gleis 13
Erst nach zwei Jahren intensiver Suche konnte Heinz Hilge die Stadt Steinfurt überreden, ihnen die Wohn- und Büroräume des Bahnhofsgebäude zu überlassen: Allerdings waren die rund 240 Quadratmeter in schrecklichem Zustand.
Durch finanzielle Hilfe der Stadt Steinfurt, nach Antrag von Heinz Hilge auch von der "Glücksspirale" und tatkräftiger Unterstützung der handwerklich erfahrenen Mitglieder konnte man mit großem eigenen finanziellen Aufwand die Renovierungen abschließen und die Räumlichkeiten einrichten.
Trotz zahlreicher Widrigkeiten - eine Windhose zerstörte beispielsweise das Bahnhofsdach und zog auch "Gleis 13" in Mitleidenschaft.
Und das Problem der Lage in der ersten Etage wurde durch einen modernen Aufzug behoben, gleichzeitig eröffnete der Kreisverband den Jugend- und Kulturbahnhof "Talentschuppen", der zum integrativen Jugendtreff wurde.
Dieser jahrelange Kampf dafür, dass in diesem Jahr tatsächlich 65 Jahre AWO Steinfurt gefeiert werden können, fand ein feierliches Ende am 31. Oktober 1999.
Da wurde "Gleis 13" offiziell an die AWO-Mitglieder übergeben.
















