Ev. Gemeinde blickt zurück: Festlicher Ausklang
BURGSTEINFURT Mit feierlichen Orgel- und Trompetenklängen verabschiedete die Evangelische Kirchengemeinde Burgsteinfurt das alte Jahr.
Simone und Raimund Schnaars ließen das Jahr in der Großen Evangelischen Kirche musikalisch ausklingen. (Foto Nix)
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Ein bis ins Gewölbe der "Großen Kirche" reichende Weihnachtsbaum mit seinen zahlreichen Lichtern tauchte das Gotteshaus am Freitagabend in festlichen Glanz. Auch Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt besuchte das Konzert, in dem Kantorin Simone Schnaars an der Orgel und Reimund Schnaars an der Trompete die musikalischen Akzente setzten. Mal kräftig, mal eher sanft ertönten Werke von Georg Phllipp Telemann, Johann Sebastian Bach, Cesar Franck und anderen großer Komponisten.
Orkan am Rosenmontag
Es war auch ein Abend der Rückbesinnung auf das schlimme Ereignis, das die Gemeinde vor fast 22 Jahren heimsuchte: die teilweise Zerstörung ihres Gotteshauses. 20 Jahre sind seit der Wiedereinweihung vergangen. Walter Timmers, ehemaliger Kirchmeister, erinnerte daran.
Eigentlich sollte der 26. Februar 1990 ein Tag närrischer Späße werden. Doch an jenem Rosenmontag kam alles anders. Orkan "Vivian" tobte über Deutschland. Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern waren keine Seltenheit. Martin Wenning, damaliger Kantor, saß gegen Mittag an der Orgel und übte. Er hörte Dachziegel herunterpoltern. Langsam wurde ihm unheimlich zumute und er verließ die Kirche, um Timmers Bescheid zu sagen. Es dauerte ein wenig, bis er ein Telefon zur Verfügung hatte.
Ökumene gestärkt
Währenddessen spitzten sich die Ereignisse zu. Der Glockenturm drohte einzustürzen, worüber die Polizei den Kirchenmeister informierte. Dann passierte es. Die Giebelwand der Rückseite des Turmes wurde vermutlich von einer Windhose erfasst und aus ihrer Verankerung gerissen. Sie stürzte auf das Mitteldach und hinterließ im Innenraum eine beispiellose Verwüstung. Das historische Tonnengewölbe war eingestürzt, dicke Holzbohlen beschädigten die Barockorgel. Wenning war geschockt. Was wäre ihm geschehen, wenn er die Kirche nur wenige Minuten später verlassen hätte?
Beispielhafte Solidarität
Das Gotteshaus wurde mit einem Investitionsvolumen von 4,7 Mio. Mark wieder hergestellt. Im Sommer 1990 begannen die Arbeiten. Katholische und Evangelische Christen Burgsteinfurts zeigten beispielhafte Solidarität. Das erste ökumenische Pfarrfest "Miteinander-Füreinander" zugunsten des Kirchenaufbaus war ein Meilenstein. Ein in den Zeitungen regelmäßig veröffentlichtes "Spendenbarometer" stieg bis auf 586 000 Mark. Am 1. Advent des Jahres 1991 erstrahlte alles wieder in neuem Glanz. Der erste Gottesdienst nach der Katastrophe mit Einweihung der restaurierten Kirche und der Orgel wurde gefeiert. "Das Unglück hat trotz allem auch etwas Gutes bewirkt", sagte Timmers. "Es kam dem Erhalt der Bausubstanz zugute und ließ das ökumenische Miteinander wachsen". Ausdrücklich dankte er Gott dafür, dass keine Menschen zu Schaden kamen. Eine Ausstellung mit Medienberichten ergänzte den Vortrag des ehemaligen Kirchmeisters.
















