Konzept steht - Kreis meldet Bedenken: Fledermaus bremst den Marathon
BURGSTEINFURT Der 29. Steinfurter Marathon im nächsten Jahr könnte der letzte sein. Die Kosten sind zu hoch, der organisatorische Aufwand zu stark und sportlich ist die bisherige Laufstrecke veraltet. Nun hat das Organisationsteam um Claus Muchow ein neues Konzept entwickelt. Die Strecke soll drei Runden durchs Bagno gehen. Der Kreis sträubt sich. Der Grund: ein Störfall für die schlafende Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) .
Claus Muchow (l.), Tom Köhler und Marianne Lucas stellen den Streckenverlauf durchs Bagno vor. Sie sagen, wenn diese Umsetzung verweigert würde, gebe es zukünftig keinen Marathon mehr in Steinfurt. (Foto: Wenning)
- FC Vorwärts Wettringen Vorwärts mit 5:2-Sieg im Nachbarderby in Ochtrup
- SC Preußen Borghorst SCP-Gast Mesum seit acht Spielen unbesiegt
- Fußball-A-Liga Laerer Endspiel gegen Metelen
- Fußball-A-Liga Scheinbar klare Vorzeichen zwischen SCP II und Horstmar
- SV Burgsteinfurt Vorm Haltern-Spiel: Viele Gespräche und ein Rauswurf
"Der Kreis, genauer das Umweltamt, schickte uns schriftlich eine Absage, ohne eine wirklich hinreichende Begründung. Es werde der Lebensraum und die Aktivität der Mopsfledermaus gestört, hieß es da nur", sagte Claus Muchow gestern im Bagno. Und weiter: "Ich sage ganz ehrlich, wenn der Streckenverlauf nicht durch das Bagno gehen kann, dann gibt es keinen Marathon mehr."
Denn die vom Organisationsteam favorisierte Lösung, ein Cross-Marathon durch Bagno und Buchenberg (wir berichteten), berge viele Vorteile.
Geringerer Kostenfaktor
"Einmal hätten wir den Kostenfaktor. Wir müssten weniger Verkehr umleiten, also weniger Schilder aufstellen, wir bräuchten weniger Streckenposten, die ohnehin immer schwieriger zu gewinnen sind und auch weniger Aufwand, was Polizei, Technisches Hilfswerk oder DRK angeht", stellt Muchow die ökonomischen Vorteile auf der kürzeren (Runden-) Strecke heraus. Gleichzeitig beinhalten diese Vorteile auch den weiteren Aspekt, dass der Organisationsaufwand geringer sei als bei der üblichen 21,1 km langen Streckenführung, die bisher immer durch die zwei Ortsteile Burgsteinfurt und Borghorst führte.
Organisationsmitglied Tom Köhler: "Die neue Strecke im Bagno ist 13 km lang mit einem 3,4 km langen Zu- und Ablauf vom Steinfurter Schloss. Das Schöne daran ist natürlich, dass sie sehr naturbelassen ist und ein echtes Highlight unter den Marathonläufen hier in der Gegend wäre."
Dies müsse heutzutage auch so sein, denn ein Marathon an sich sei nichts Besonderes mehr. "Heute hast du drei, vier Angebote in der Woche. Es gilt jetzt, die Potenziale, die wir in Steinfurt haben, zu nutzen." Neben dem Effekt, dass der Lauf wieder mehr Zuspruch bekäme, erhoffen sich die Organisatoren auch für den Tourismus in der Region einen positiven Effekt.
"Uns fragen schon Leute aus dem Rheinland, ob wir den Steinfurter Marathon wirklich durch den Bagnopark laufen lassen wollen", bekräftigt Marianne Lucas, ebenfalls Mitglied im Orgateam, das Interesse von mehreren Vereinen.
1000 Teilnehmer erwartet
Claus Muchow ergänzt: "Wir erwarten bis zu 1000 Teilnehmer und 1000 Zuschauer. Aber die Zuschauermassen stehen dann ja auch nicht im Bagno, sondern am Start- und Zielpunkt oder an der Verpflegungsstation am Fleigenweg. Ich kann versichern, wir werden das Bagno so verlassen, wie wir es vorgefunden haben."
Eigens für die Müllbeseitigung würden Flächen eingerichtet, so dass weggeworfene Flaschen oder Becher leicht wieder beseitigt werden könnten. "Ich denke, wenn wir uns noch einmal zusammensetzen mit der Naturschutzbehörde des Kreises, können wir auch ein ökologische und ökonomische Lösung finden, die allen Seiten gerecht wird. Wir sehen ja auch, dass Naturschutz wichtig ist", fügt er hinzu.
Marianne Lucas unterstrich aber noch einmal: "Wird dieser Marathon nicht umgesetzt, dann wird es keiner mehr." Aus dem Kreishaus gibt es bis dato noch keine offizielle Stellungnahme. "Nach Absprache mit dem Umweltamt warten wir erst einmal die Gespräche mit den Organisatoren ab und werden dann zu einer Entscheidung kommen", sagte Simone Cool aus dem Presseamt.
















