TB-Handballerinnen: Trainer Ehrhardt geht "schweren Herzens"
BURGSTEINFURT „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt ja nicht mit dem Handball.“ So erklärt Ulrich Ehrhardt, warum er jetzt als Trainer der TB-Handballerinnen zurückgetretenen ist. Der berufliche Aufwand sei aktuell einfach zu groß (wir berichteten).
TB-Frauentrainer Malte Francke (l.) will ins Finale des Kreispokals. (Foto: Matthias Lehmkuhl)
- FC Vorwärts Wettringen Vorwärts mit 5:2-Sieg im Nachbarderby in Ochtrup
- SC Preußen Borghorst SCP-Gast Mesum seit acht Spielen unbesiegt
- Fußball-A-Liga Laerer Endspiel gegen Metelen
- Fußball-A-Liga Scheinbar klare Vorzeichen zwischen SCP II und Horstmar
- SV Burgsteinfurt Vorm Haltern-Spiel: Viele Gespräche und ein Rauswurf
Die Saison mit halber Kraft zu Ende zu bringen, war keine Option. „Es ist ja nicht so, dass wir im Mittelfeld der Tabelle stehen“, stellt er fest. Der Verbandsligist, aktuell Viertletzter, kämpft um den Klassenerhalt. Das erfordert volle Konzentration, die Ehrhardt aber derzeit für den Beruf aufbringen muss.
Ehrhardt vertraut Francke
Für die sportliche Situation, so Ehrhardt, sei nicht nur der Trainer verantwortlich: „Ich sehe das als Einheit. Handball ist ein Mannschaftssport, wir verlieren zusammen und wir gewinnen auch zusammen.“ Ein wichtiger Teil dieser Einheit: der bisherige Co-Trainer Malte Francke. Er schlüpft nun in die Chefrolle. „Wir haben immer an einem Strang gezogen“, schildert Ehrhardt, und betont: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Malte es gut alleine fortführen kann, dass er die richtigen Entscheidungen fällen wird.“ Ehrhardt will ihn im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen, etwa, wenn Francke Fragen zu einem Gegner hat.
„Wir bleiben natürlich im Gespräch, daran wird sich nichts ändern“, sagt Malte Francke dazu. Er pflege zu Ehrhardt „ein freundschaftliches Verhältnis“, erzählt Francke. Daher erfuhr er bereits vor zwei Wochen von der angespannten Lage des Trainers, der vor wenigen Tagen dann endgültig die Konsequenzen zog. Francke: „Ich kann seinen Schritt nachvollziehen. Mit Uli verliert der TB aber einen sehr guten Trainer. Das ist bedauerlich.“
Vorige Woche fragte Abteilungsleiter Jürgen Kötterheinrich an, ob Francke sich die Chefposten vorstellen kann. Der sagte zu. „Ich mache es, weil ich das vollste Vertrauen der Mannschaft und der Abteilung genieße.“
Gleichzeitig habe er bedingungsloses Zutrauen in die Truppe, dass sie den Klassenerhalt packt. „Es wird ein hartes Stück Arbeit. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es sicher schaffen, und zwar nicht erst am letzten Spieltag.“ Das „große Verletzungspech“ ist mittlerweile überwunden. Zudem sei das junge TB-Team (Durchschnittsalter 24,6) gereift, glaubt Francke, der selbst auch erst 29 Lenze zählt.
Über die Saison hinaus?
Ist es denkbar, dass der Inhaber der Trainer-B-Lizenz über die Saison hinaus Chefcoach bleibt? „Denkbar ist das“, antwortet Francke. Ausschlaggebend sei, wie die Zusammenarbeit mit Mannschaft und Abteilung verlaufe, sowie natürlich die sportliche Entwicklung.
Der Klassenerhalt wäre ein prima Empfehlungsschreiben für ihn.
------------------------------------------
Das sagt Kapitän Jennifer Feldkamp
„Ich bin ein bisschen traurig“, sagt TB-Kapitän Jennifer Feldkamp nach dem Rücktritt von Trainer Ulrich Ehrhardt. „Ich finde es schade, kann seine beruflichen Gründe aber nachvollziehen. Zum Schluss war Uli nicht mehr bei jedem Training dabei, man hat ihm den Stress angesehen.“ In jedem Mannschaftssport, so Feldkamp, „gibt es den einen oder anderen, der mit dem Trainer nicht so gut zurecht kommt. Aber auch diejenigen bei uns finden seinen Rücktritt schade.“ Die 27-Jährige ist überzeugt, „dass Malte Francke ein ebenbürtiger Nachfolger ist. Er hat ja eng mit Uli zusammengearbeitet. Die beiden haben ein gemeinsames Konzept verfolgt. Das wird Malte jetzt eben alleine weiterführen.“













